Kann ich eine MRT-Untersuchung machen lassen, wenn ich einen Herzschrittmacher habe?

Vereinfachte menschliche Figur mit hervorgehobenem Brustbereich, der ein Herzschrittmachergerät und ein sicheres, schonendes MRT-Gerät in der Nähe zeigt.

Auf einen Blick

  • Menschen mit Herzschrittmacher können unter bestimmten Voraussetzungen eine MRT-Untersuchung erhalten – allerdings nur, wenn das Gerät dafür geeignet ist.
  • Teilen Sie dem Untersuchungsteam immer mit, dass Sie einen Herzschrittmacher tragen. Vereinbaren oder beginnen Sie eine MRT niemals ohne diese Information.
  • Vor und nach der Untersuchung wird Ihr Herzschrittmacher in der Regel von einem spezialisierten Team überprüft.
  • Falls Ihr Gerät nicht für eine MRT geeignet ist, kann Ihr Arzt auf alternative Untersuchungsmethoden ausweichen.

Kurzantwort

Ja, manche Menschen mit Herzschrittmacher können eine MRT-Untersuchung erhalten. Möglich ist dies jedoch nur unter bestimmten Bedingungen: Der genaue Typ des Herzschrittmachers, die Art der Elektroden, Ihr gesundheitlicher Zustand und das Sicherheitsprotokoll des Krankenhauses spielen dabei eine entscheidende Rolle. Viele neuere Systeme sind speziell als „MRT-tauglich“ konstruiert – das bedeutet, dass eine MRT unter kontrollierten Bedingungen möglich ist. Ältere oder nicht kompatible Geräte können das Risiko erhöhen. Das radiologische und das kardiologische Team müssen vor der Untersuchung bestätigen, dass diese sicher durchgeführt werden kann.

Was Sie wissen sollten

Warum eine MRT problematisch sein kann

MRT-Geräte nutzen ein sehr starkes Magnetfeld. Bei manchen Herzschrittmachern können diese Magnetfelder die Geräteeinstellungen verändern, die Elektroden erwärmen oder die Funktion während der Untersuchung beeinträchtigen. Aus diesem Grund wird eine MRT bei Patienten mit Herzschrittmacher nicht ohne vorherige gründliche Überprüfung durchgeführt.

Wann eine MRT möglich sein kann

Eine MRT kann durchgeführt werden, wenn Ihr Herzschrittmachersystem MRT-tauglich ist und die Untersuchung die Sicherheitsvorgaben des Herstellers erfüllt. Das bedeutet in der Praxis, dass das Schrittmachermodell, die Elektrodentypen, die zu untersuchende Körperregion und die MRT-Geräteeinstellungen alle den freigegebenen Parametern entsprechen müssen. Ideal ist es, wenn die Untersuchung in einem Zentrum stattfindet, das ein spezielles MRT-Protokoll für Schrittmacherpatienten anwendet.

Was Sie vor der Untersuchung tun sollten

Informieren Sie die MRT-Abteilung und Ihren Arzt so frühzeitig wie möglich über Ihren Herzschrittmacher. Falls vorhanden, bringen Sie Ihren Gerätepass mit. Das Team benötigt Informationen zu Hersteller und Modell, zum Implantationszeitpunkt und dazu, ob das Gerät für die Stabilisierung Ihres Herzrhythmus notwendig ist. Vor und nach der MRT wird eine Gerätekontrolle durchgeführt.

Wenn eine MRT nicht geeignet ist

Sollte eine MRT nicht sicher möglich sein, stehen alternative Verfahren zur Verfügung – etwa eine CT, eine Ultraschalluntersuchung oder andere bildgebende Methoden. Welche Alternative für Sie infrage kommt, hängt davon ab, welche Körperregion untersucht werden muss und welche medizinische Frage beantwortet werden soll.

Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten

  • Sofort: Suchen Sie unmittelbare medizinische Hilfe auf, wenn Sie einen Herzschrittmacher haben und Brustschmerzen, starke Atemnot, Ohnmachtsanfälle oder einen schnellen oder unregelmäßigen Herzschlag bemerken.
  • Vor jeder MRT: Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder die Untersuchungsstelle, wenn eine MRT für Sie geplant ist und Sie unsicher sind, welchen Schrittmachertyp oder welche Elektroden Sie haben.
  • Nach einer Untersuchung oder Gerätekontrolle: Holen Sie ärztliche Hilfe ein, wenn Sie danach Schwindel, Herzklopfen, neu aufgetretene Schwäche verspüren oder den Eindruck haben, dass Ihr Herzschrittmacher nicht richtig funktioniert.

Weiterlesen

Mehr über den Ablauf einer MRT-Untersuchung erfahren Sie in unserem ausführlicheren Artikel was Sie bei einer MRT-Untersuchung erwartet. In unserem Bereich „Untersuchungen und Behandlungen für Patienten erklärt“ finden Sie verständliche Informationen zu häufigen Tests, Verfahren und Sicherheitsfragen.

Quellen

NHS: MRI scan | American Heart Association: Devices to treat arrhythmia | RadiologyInfo: MRI Safety