
Auf einen Blick
- Die meisten Menschen mit Reflux benötigen keine Endoskopie, doch in bestimmten Fällen ist sie zur Sicherheit sinnvoll.
- Mit einer Endoskopie lassen sich Entzündungen, Geschwüre, Verengungen, Blutungen oder Veränderungen der Speiseröhrenschleimhaut erkennen.
- Ärzte raten eher dazu, wenn Warnsignale vorhanden sind, der Reflux längere Zeit besteht oder sich trotz Behandlung nicht bessert.
Kurzantwort
Auch bei „nur“ Reflux kann eine Endoskopie sinnvoll sein: Refluxbeschwerden können andere Erkrankungen verdecken, und saure Refluxe schädigen die Speiseröhre manchmal, ohne anfangs deutliche Warnsignale zu verursachen. Bei einer Endoskopie untersucht der Facharzt oder die Fachärztin Speiseröhre, Magen und den obersten Dünndarmabschnitt direkt auf Entzündungen, Geschwüre, Verengungen, Blutungen oder Veränderungen wie einen Barrett-Ösophagus. Empfohlen wird sie vor allem, wenn die Beschwerden ausgeprägt oder hartnäckig sind, trotz Behandlung nicht abklingen oder zusammen mit Warnsignalen auftreten.
Was Sie wissen sollten
Refluxbeschwerden zeigen nicht immer, was tatsächlich vorgeht
Sodbrennen und saures Aufstoßen sind häufig, und viele Menschen lassen sich allein anhand ihrer Symptome erfolgreich behandeln. Die Beschwerden sagen aber nicht immer etwas über das tatsächliche Ausmaß der Schädigung aus. Manche Menschen haben häufige Beschwerden, obwohl nur geringe sichtbare Reizungen bestehen, während andere trotz milderer Symptome deutliche Entzündungen oder Komplikationen entwickeln. Eine Endoskopie kann Aufschluss geben, wenn Ihre Krankengeschichte auf ein erhöhtes Komplikationsrisiko hindeutet.
Ärzte nutzen die Endoskopie vor allem zur Suche nach Komplikationen
Es geht dabei weniger darum, den Reflux zu bestätigen, sondern vielmehr zu prüfen, ob bereits Probleme entstanden sind, die eine Behandlungsanpassung oder regelmäßige Kontrollen erfordern. Dazu zählen etwa:
- Ösophagitis – eine Entzündung der Speiseröhre
- Geschwüre durch Säurereizung
- Strikturen – Verengungen, die das Schlucken erschweren können
- Blutungen durch Säurereizung oder Geschwürbildung
- Barrett-Ösophagus – eine Schleimhautveränderung im unteren Speiseröhrenbereich, die bei manchen Menschen mit langjährigem Reflux auftritt
Eine Endoskopie ist häufiger angezeigt, wenn der Reflux anhält oder untypisch ist
Zu einer Endoskopie wird oft geraten, wenn Ihr Reflux bereits lange besteht, immer wieder auftritt oder sich unter Medikamenten wie Säurehemmern nicht wie erwartet bessert. Sie kann auch erwogen werden, wenn Ihre Beschwerden untypisch sind – etwa wenn Brustbeschwerden, Schluckstörungen, wiederholtes Erbrechen, ungeklärte Blutarmut oder Gewichtsverlust im Vordergrund stehen. In solchen Fällen möchte Ihr Arzt oder Ihre Ärztin möglicherweise andere Ursachen ausschließen, statt Reflux als alleinige Erklärung anzunehmen.
Die Untersuchung hilft auch bei der Planung der weiteren Behandlung
Ist die Endoskopie unauffällig, kann das beruhigend wirken und für eine Fortführung der medikamentösen Behandlung sprechen oder dazu führen, dass Sie Auslöser wie späte Mahlzeiten, Alkohol, Rauchen oder bestimmte Lebensmittel überprüfen. Zeigt sie dagegen Entzündungen oder andere Veränderungen, kann Ihr Behandlungsteam entscheiden, ob eine Anpassung der Medikation, eine Gewebeprobe, regelmäßige Kontrollen oder weitere Untersuchungen nötig sind. Die Untersuchung dauert in der Regel nur kurz, und viele Patienten können noch am selben Tag nach Hause gehen.
Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten
- Suchen Sie sofort ärztliche Hilfe auf, wenn Sie Schluckbeschwerden haben, Nahrung stecken bleibt, Sie Blut erbrechen, schwarzen Stuhl haben, starke Brustschmerzen oder Ohnmacht auftreten oder Zeichen stärkerer Blutungen bestehen.
- Vereinbaren Sie zeitnah einen Termin, wenn Sie unerklärlichen Gewichtsverlust, anhaltendes Erbrechen, Eisenmangelanämie, trotz Behandlung schlimmer werdende Beschwerden oder neu aufgetretenen Reflux im fortgeschrittenen Alter mit rascher Veränderung haben.
- Rufen Sie den Rettungsdienst bei Brustschmerzen mit Atemnot, Schweißausbrüchen oder Schmerzen, die in Arm, Rücken, Nacken oder Kiefer ausstrahlen – dies kann auch andere Ursachen haben als Reflux.
Weiterlesen
Wenn Sie mehr über die Untersuchung selbst erfahren möchten, lesen Sie den ausführlicheren Artikel darüber, was bei einer Endoskopie passiert und wie Sie sich darauf vorbereiten. Im Bereich zu Untersuchungen und Behandlungen für Patienten finden Sie zudem Informationen zu weiteren häufigen Untersuchungen und deren Indikationen.
Quellen
NHS: Gastroskopie | NIDDK: Upper GI Endoscopy | American Society for Gastrointestinal Endoscopy: Understanding Upper Endoscopy