Auf einen Blick
- Ein unauffälliges EKG schließt eine Herzrhythmusstörung nicht aus, besonders dann nicht, wenn die Beschwerden während der Untersuchung gerade nicht aufgetreten sind.
- Herzrasen kann durch Stress, Koffein, Flüssigkeitsmangel, Fieber, Blutarmut, Schilddrüsenerkrankungen oder bestimmte Medikamente ausgelöst werden.
- Bei wiederkehrenden Beschwerden können weitere Untersuchungen sinnvoll sein, etwa ein Langzeit-EKG, ein Ereignis-Monitor, Blutuntersuchungen oder eine Echokardiografie.
- Suchen Sie sofort Hilfe auf, wenn Herzrasen zusammen mit Brustschmerzen, Bewusstlosigkeit, erheblicher Atemnot oder neu aufgetretener Schwäche auftritt.
Kurzantwort
Ja, Ihr Herz kann sich auch dann schnell anfühlen, wenn das EKG unauffällig ist. Ein normales EKG erfasst die elektrische Herzaktivität nur für wenige Sekunden und kann deshalb episodisch auftretende Rhythmusstörungen übersehen, wenn sie gerade in diesem Moment nicht vorhanden sind. In vielen Fällen steckt dahinter nichts Gefährliches. Wiederkehrende, unerklärliche oder starke Episoden sollten aber ärztlich abgeklärt werden, um festzustellen, ob es sich um vorübergehende Auslöser handelt oder um eine Erkrankung, die beobachtet werden muss.
Was Sie wissen sollten
Ein normales EKG ist nur eine Momentaufnahme
Eine Aufzeichnung in der Arztpraxis oder Notaufnahme dauert normalerweise nur wenige Sekunden. Treten Herzklopfen oder Herzrasen nur zeitweise auf, kann die Kurve zwischen den Episoden völlig unauffällig aussehen. Deshalb können Beschwerden vorliegen, obwohl die Untersuchung ein normales Ergebnis zeigt.
Die Herzfunktion kann normal sein, doch etwas anderes kann den schnellen Herzschlag auslösen
Ein schneller Herzschlag wird nicht immer durch eine Herzerkrankung verursacht. Häufige Auslöser sind Angst, Panikattacken, starke Emotionen, Schlafmangel, Flüssigkeitsmangel, Alkohol, Nikotin, Energydrinks, Kaffee, schwarzer Tee, manche Erkältungsmittel, Asthma-Inhalatoren, Fieber, Blutarmut und Schilddrüsenüberfunktion. Selbst ausgelassene Mahlzeiten können dazu führen, dass man sich zittrig fühlt und den Herzschlag stärker wahrnimmt.
Was Ihre Ärztin oder Ihr Arzt als Nächstes untersuchen kann
Wenn die Beschwerden anhalten, werden zunächst wichtige Fragen geklärt: Wann treten sie auf? Wie lange halten sie an? Beginnen sie plötzlich? Treten dabei Schwindel oder Atemnot auf? Je nach Befund kommen folgende Untersuchungen infrage:
- Ein Langzeit-EKG (Holter-Monitor) oder Ereignis-Monitor, um den Herzrhythmus über längere Zeit zu erfassen
- Blutuntersuchungen zur Überprüfung auf Blutarmut, Schilddrüsenerkrankungen, Infektionen oder Elektrolytstörungen
- Eine Echokardiografie, wenn Hinweise auf strukturelle Herzprobleme oder Funktionsstörungen bestehen
- Eine Überprüfung von Medikamenten, Nahrungsergänzungsmitteln, Koffeinkonsum, Alkohol und Drogengebrauch
Was Sie vor dem Termin tun können
Halten Sie bei jeder Episode fest: Uhrzeit, Dauer, was Sie gerade getan haben, was Sie gegessen oder getrunken hatten, und ob Sie schwindelig waren, geschwitzt haben, kurzatmig waren oder sich unwohl gefühlt haben. Achten Sie auch darauf, ob Kaffee, starker Tee, Cola, Alkohol, Rauchen, Dampfen, Schlafmangel, Stress oder Flüssigkeitsmangel mögliche Auslöser sind. Diese Informationen helfen Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt einzuschätzen, ob ein vorübergehender Auslöser wahrscheinlich ist oder ob eine längerfristige Herzrhythmusüberwachung sinnvoll ist.
Wann Sie medizinischen Rat suchen sollten
- Holen Sie sofort ärztliche Hilfe, wenn das Herzrasen mit Brustschmerzen, Bewusstlosigkeit, erheblicher Atemnot, Verwirrtheit oder blauen Lippen einhergeht.
- Vereinbaren Sie zeitnah einen Termin, wenn die Episoden häufig auftreten, länger als wenige Minuten andauern, auch in Ruhe vorkommen, Sie aus dem Schlaf wecken oder sich verschlimmern.
- Lassen Sie sich auch untersuchen, wenn Sie Schwindel, Ohnmachtsanfälle, bekannte Herzerkrankungen oder eine familiäre Vorgeschichte von plötzlichem Herztod haben oder schwanger sind.
- Warnzeichen: Wenn Ihr Puls sehr schnell und regelmäßig oder sehr schnell und unregelmäßig ist und Sie sich schwach oder krank fühlen, warten Sie nicht ab, sondern suchen Sie Hilfe.
Weiterlesen
Eine ausführlichere Erklärung, was ein EKG zeigen kann und was nicht, finden Sie in unserem Ratgeber zu EKG-Untersuchungen. Auf unserer Übersichtsseite Untersuchungen und Behandlungen für Patientinnen und Patienten erklärt finden Sie weitere verständliche Informationen zu häufigen Untersuchungen, Überwachung und Nachsorge.
Quellen
NHS: Herzklopfen | MedlinePlus: Herzklopfen | American Heart Association: Über Arrhythmien
