Auf einen Blick
- Der Blutdruck wird routinemäßig gemessen, weil Bluthochdruck oft keine Beschwerden verursacht.
- Eine regelmäßige Messung kann frühe Hinweise auf Risiken für Herz, Gehirn oder Nieren aufdecken.
- Ein einzelner erhöhter Messwert bedeutet nicht automatisch, dass Sie Bluthochdruck haben – kann aber eine Kontrollmessung erforderlich machen.
- Regelmäßige Kontrollen helfen außerdem, Veränderungen im Zeitverlauf zu erkennen und zu prüfen, ob eine Behandlung wirksam ist.
Kurzantwort
Der Blutdruck wird bei Routineuntersuchungen gemessen, weil sich damit eine häufige Erkrankung einfach erfassen lässt, die den Körper über längere Zeit unbemerkt schädigen kann. Viele Menschen mit Bluthochdruck fühlen sich völlig gesund. Regelmäßige Kontrollen helfen deshalb, erhöhte Werte frühzeitig zu erkennen, bevor es zu Komplikationen wie Herzkrankheiten, Schlaganfall oder Nierenerkrankungen kommt. Blutdruckwerte liefern außerdem einen Ausgangswert, zeigen Entwicklungen im Zeitverlauf und unterstützen Entscheidungen zu Änderungen des Lebensstils, weiteren Kontrollen oder einer Behandlung, falls diese nötig ist.
Was Sie wissen sollten
Hoher Blutdruck verursacht oft keine Symptome
Der Blutdruck kann erhöht sein, obwohl Sie sich gut fühlen. Deshalb wird Bluthochdruck oft als „stille“ Erkrankung beschrieben. Routinemäßige Kontrollen sollen erhöhte Werte frühzeitig erfassen – nicht erst dann, wenn Beschwerden auftreten.
So lassen sich Risiken erkennen, bevor Komplikationen entstehen
Dauerhaft erhöhter Blutdruck kann über viele Jahre Blutgefäße und Organe schädigen. Eine routinemäßige Messung hilft, das Risiko für Probleme an Herz, Gehirn, Nieren und Augen rechtzeitig einzuschätzen. Werden Veränderungen früh erkannt, gibt es mehr Möglichkeiten, das Risiko durch regelmäßige Kontrollen, Änderungen des Lebensstils oder – falls Ihre Ärztin oder Ihr Arzt dies empfiehlt – durch eine Behandlung zu senken.
Ein einzelner Messwert ist nur ein Teil des Gesamtbildes
Der Blutdruck schwankt im Laufe des Tages ganz natürlich und kann durch Stress, Schmerzen, Koffein, körperliche Aktivität, Rauchen oder auch Nervosität in der Praxis ansteigen. Deshalb bestätigt ein einzelner hoher Wert in der Regel noch keinen Bluthochdruck. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann die Messung beim selben Termin wiederholen, Sie zu einem weiteren Kontrolltermin einbestellen oder eine Blutdruckmessung zu Hause beziehungsweise eine ambulante Langzeitmessung empfehlen.
Routinekontrollen sind auch sinnvoll, wenn Sie Ihre Werte bereits kennen
Auch wenn frühere Messwerte unauffällig waren, können Routinekontrollen zeigen, ob sich durch Alter, Gewicht, Schwangerschaft, Medikamente oder andere Erkrankungen etwas verändert hat. Wenn bei Ihnen bereits Bluthochdruck bekannt ist, helfen regelmäßige Messungen dabei zu beurteilen, ob die aktuelle Behandlung den Blutdruck in einem sichereren Bereich hält.
Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten
- Holen Sie dringend medizinische Hilfe, wenn Sie einen sehr hohen Blutdruckwert haben und gleichzeitig Symptome wie Brustschmerzen, starke Atemnot, plötzliche Schwäche auf einer Körperseite, Sprachstörungen, Verwirrtheit, Ohnmacht oder plötzlich einsetzende starke Kopfschmerzen auftreten.
- Vereinbaren Sie eine ärztliche Abklärung, wenn die Werte wiederholt erhöht sind, auch wenn Sie sich gut fühlen.
- Suchen Sie rasch ärztlichen Rat auf, wenn Sie schwanger sind und erhöhten Blutdruck, Kopfschmerzen, Schwellungen, Sehstörungen oder Schmerzen im Oberbauch haben.
- Lassen Sie sich ärztlich beraten, wenn Ihr Blutdruck nach Beginn oder Umstellung einer Medikation deutlich niedriger oder höher ausfällt als üblich.
Weiterlesen
Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie eine Blutdruckmessung abläuft und wie Sie sich auf ein möglichst genaues Ergebnis vorbereiten können, lesen Sie unseren ausführlicheren Artikel über routinemäßige Gesundheitsuntersuchungen und was sie beinhalten. Sie können auch den Bereich Untersuchungen und Behandlungen verständlich erklärt besuchen, um Erklärungen zu häufigen Untersuchungen bei Routinebesuchen zu finden.
Quellen
NHS: Hoher Blutdruck (Hypertonie) | CDC: Über Bluthochdruck | American Heart Association: Bluthochdruck
