Darf ich meine gewohnten Vitamine vor einer Blutuntersuchung einnehmen?

Eine Hand, die sanft verschiedene Vitamintabletten neben einem sauberen Blutentnahmeröhrchen hält, vor einem hellen Hintergrund.

Auf einen Blick

  • Viele Vitamine sollten unmittelbar vor einer Blutuntersuchung besser nicht eingenommen werden, sofern Ihre Ärztin, Ihr Arzt oder das Labor nichts anderes empfiehlt.
  • Biotin, das häufig in Präparaten für Haare, Haut und Nägel enthalten ist, kann manche Laborwerte verfälschen.
  • Wenn für den Test Nüchternheit erforderlich ist, können Vitamine das Nüchternbleiben beeinträchtigen, insbesondere wenn sie zusammen mit Nahrung oder bestimmten Getränken eingenommen werden.
  • Bringen Sie eine vollständige Liste aller Nahrungsergänzungsmittel mit oder teilen Sie diese der Praxis oder dem Labor mit, um eine fachgerechte Beratung zu erhalten.

Kurzantwort

In den meisten Fällen ist es am sichersten, Ihre gewohnten Vitamine unmittelbar vor einer Blutuntersuchung nicht einzunehmen – es sei denn, Ihre Ärztin, Ihr Arzt, das Labor oder die Testanweisung sagen ausdrücklich, dass dies unbedenklich ist. Einige Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel, besonders Biotin, können die Ergebnisse bestimmter Bluttests verfälschen. Sollten Sie nüchtern sein, können Vitamine je nach Zusammensetzung und Einnahmeart ebenfalls das Testergebnis beeinflussen. Im Zweifelsfall kontaktieren Sie vor dem Test die Praxis oder das Labor und nennen Sie alle Präparate, die Sie verwenden.

Was Sie wissen sollten

Warum Vitamine eine Rolle spielen können

Nicht jeden Bluttest beeinflussen Vitamine – bei manchen aber sehr wohl. Nahrungsergänzungsmittel können sowohl die gemessenen Nährstoffspiegel im Blut verändern als auch die Funktionsweise des Labortests selbst stören. Das ist besonders relevant, wenn Sie Multivitamine, hochdosierte Vitaminpräparate, pflanzliche Mittel, Proteinpulver oder Beauty-Produkte für Haare, Haut und Nägel einnehmen.

Biotin ist ein häufiges Problem

Biotin, auch Vitamin B7 genannt, ist einer der häufigsten Verursacher von irreführenden Bluttestergebnissen. Es steckt oft in Beauty-Präparaten und Multivitaminen. Es kann verschiedene Tests beeinflussen, darunter Untersuchungen der Schilddrüsenfunktion, Hormonbestimmungen, Herzmarker und Vitaminwerte. Die Ergebnisse können unauffällig wirken, obwohl Abweichungen vorliegen – oder umgekehrt. Wenn Sie Biotin nehmen, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt und fragen Sie, ob Sie es vor der Untersuchung absetzen sollten.

Bei Nüchtern-Bluttests besondere Aufmerksamkeit erforderlich

Bei einer Nüchtern-Blutuntersuchung wird in der Regel verlangt, mehrere Stunden lang nur Wasser zu trinken. Vitamine, die zusammen mit Saft, Milch, Tee, Kaffee oder Nahrung eingenommen werden, können das Nüchtern-Ergebnis verfälschen. Auch Kautabletten, Gummipräparate oder zuckerhaltige Nahrungsergänzungsmittel können das Nüchternsein unterbrechen. Wenn Nüchternheit erforderlich ist, ist es üblicherweise am besten, mit der Vitamineinnahme bis nach der Blutabnahme zu warten – sofern Ihnen nichts anderes mitgeteilt wurde.

Was Sie vor dem Test tun sollten

  • Lesen Sie die Testanweisungen sorgfältig durch.
  • Informieren Sie die Praxis oder das Labor über alle Vitamine, Nahrungsergänzungsmittel und pflanzlichen Präparate, die Sie einnehmen.
  • Fragen Sie gezielt nach Biotin, wenn es in Ihrem Multivitaminpräparat oder Beauty-Produkt enthalten ist.
  • Wenn Ihnen gesagt wurde, ein verordnetes Medikament weiter einzunehmen, halten Sie sich daran – auch wenn Sie optional Nahrungsergänzungsmittel weglassen.

Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten

  • Sie sind unsicher, ob Ihre Vitamine ein wichtiges Testergebnis beeinflussen könnten.
  • Sie nehmen hochdosiertes Biotin oder mehrere Nahrungsergänzungsmittel ein und bei Ihnen steht ein Test der Schilddrüsenfunktion, Hormonbestimmung, Herzmarker oder Vitaminwerte an.
  • Sie hatten bereits eine Blutuntersuchung und bemerken erst nachträglich, dass Sie Präparate eingenommen haben, die das Ergebnis verfälscht haben könnten.
  • Warnzeichen: Suchen Sie sofort medizinische Hilfe, wenn Sie beunruhigende Symptome wie Brustschmerzen, starke Atemnot, Ohnmacht oder plötzlich auftretende Schwäche haben – auch wenn Sie noch auf Blutuntersuchungen warten.

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Wenn Sie sich auf einen Termin oder eine Untersuchung vorbereiten, lesen Sie auch unseren ausführlicheren Artikel über wie Ärztinnen und Ärzte häufige Bluttestergebnisse einordnen sowie unseren Überblick Untersuchungen und Behandlungen für Patientinnen und Patienten erklärt mit praktischen Hinweisen zu Nüchternheit, Medikamenten und häufigen Verfahren.

Quellen

U.S. FDA: Biotin kann Labortests beeinflussen | MedlinePlus: Biotin und Labortests | NHS: Bluttests