Warum kann bei lautem Schnarchen eine Schlafuntersuchung nötig sein?

Auf einen Blick

Eine im Bett schlafende Person mit sanften Linien, die auf lautes Schnarchen hinweisen, neben einem dezent hervorgehobenen Kopf- und Halsbereich.

  • Lautes Schnarchen kann ein Zeichen für obstruktive Schlafapnoe sein und ist nicht nur lästig, sondern möglicherweise auch ein Gesundheitsrisiko.
  • Bei einer Schlafuntersuchung werden unter anderem die Atmung, der Sauerstoffgehalt im Blut, die Herzfrequenz und die Schlafphasen aufgezeichnet.
  • Die Untersuchung hilft Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu entscheiden, ob eine Behandlung erforderlich ist und welche Therapie am besten geeignet ist.

Kurzantwort

Eine Schlafuntersuchung kann bei lautem Schnarchen sinnvoll sein, weil Schnarchen manchmal durch wiederholte Verengungen oder Verschlüsse der Atemwege während des Schlafs entsteht. Dies kann auf eine obstruktive Schlafapnoe hindeuten – eine Erkrankung, die unbehandelt zu nicht erholsamem Schlaf, Tagesmüdigkeit, Kopfschmerzen und langfristigen Gesundheitsrisiken führen kann. Eine Schlafuntersuchung zeigt objektiv, was nachts passiert, und ermöglicht es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt einzuschätzen, ob Ihr Schnarchen harmlos ist oder einer behandlungsbedürftigen Atemstörung entspricht.

Was Sie wissen sollten

Der Schweregrad lässt sich allein am Schnarchen nicht erkennen

Viele Menschen schnarchen, ohne dass eine behandlungsbedürftige Schlafstörung vorliegt. Lautes, häufiges Schnarchen – besonders wenn es zusammen mit beobachteten Atemaussetzern, Würgen, Schnappen nach Luft oder ausgeprägter Tagesmüdigkeit auftritt – kann jedoch auf eine Schlafapnoe hindeuten. Da diese Ereignisse während des Schlafs auftreten, nehmen Sie sie oft selbst nicht wahr. Häufig bemerken allerdings Ihre Partnerin, Ihr Partner oder andere Angehörige diese Symptome.

Was bei einer Schlafuntersuchung gemessen wird

Eine Schlafuntersuchung erfasst, ob und wie oft nachts Atemunterbrechungen auftreten. Je nach Art der Untersuchung werden der Luftstrom durch Nase und Mund, die Brustkorbbewegungen, der Sauerstoffgehalt im Blut, die Herzfrequenz und gegebenenfalls auch die Gehirnaktivität sowie Beinbewegungen überwacht. So können die Ärzte erkennen, ob die Atemwege teilweise oder vollständig blockiert sind und ob möglicherweise eine andere Schlafstörung zu Ihren Beschwerden beiträgt.

Die Befunde bestimmen die weitere Behandlung

Wenn die Untersuchung eine Schlafapnoe nachweist, helfen die Ergebnisse bei der Planung der nächsten Behandlungsschritte. Je nach Befund können mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt verschiedene Möglichkeiten besprochen werden – etwa Gewichtsreduktion, Verzicht auf Alkohol vor dem Zubettgehen, Änderung der Schlafposition, Behandlung einer verstopften Nase, eine Unterkieferprotrusionsschiene oder eine CPAP-Therapie. Fällt die Untersuchung unauffällig aus, kann dies helfen, unnötige Behandlungen zu vermeiden und andere mögliche Ursachen für Schlafprobleme oder Müdigkeit zu erkennen.

Schlafuntersuchungen können zu Hause oder im Schlaflabor durchgeführt werden

Nicht alle Patienten benötigen die gleiche Art von Untersuchung. Für manche ist ein Schlafapnoe-Test zu Hause geeignet, andere benötigen eine umfassende stationäre Übernachtungsuntersuchung in einem Schlafzentrum. Eine Untersuchung im Schlaflabor ist möglicherweise vorzuziehen, wenn Ihre Symptome komplex sind, wenn bestimmte Herz- oder Lungenerkrankungen vorliegen oder wenn eine andere Schlafstörung vermutet wird.

Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten

  • Suchen Sie zeitnah ärztlichen Rat auf, wenn lautes Schnarchen zusammen mit beobachteten Atemaussetzern, Würgen oder Schnappen nach Luft im Schlaf auftritt.
  • Vereinbaren Sie einen Arzttermin, wenn Sie unter ausgeprägter Tagesmüdigkeit leiden, Konzentrationsprobleme haben, morgens Kopfschmerzen bekommen oder beim Autofahren oder bei der Arbeit einschlafen.
  • Lassen Sie sich untersuchen, wenn Ihr Schnarchen neu aufgetreten ist oder deutlich zugenommen hat – besonders wenn Sie zusätzlich an Bluthochdruck, Übergewicht, einer Herzerkrankung oder Typ-2-Diabetes leiden.
  • Suchen Sie sofort medizinische Hilfe auf, wenn Sie starke Atemnot, Brustschmerzen, Ohnmacht oder eine Blauverfa¨rbung der Lippen oder des Gesichts bemerken.

Weiterlesen

Ausführlichere Informationen finden Sie in unserem Artikel darüber, wie eine Schlafuntersuchung abläuft und wie Sie sich darauf vorbereiten. Außerdem erfahren Sie in unserem Bereich Untersuchungen und Behandlungen – für Patientinnen und Patienten erklärt, welche häufigen Tests es gibt und warum Ärztinnen und Ärzte sie empfehlen.

Quellen

NHLBI: Schlafstudien | MedlinePlus: Schlafapnoe | NHS: Schlafapnoe