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Warnzeichen für Hautkrebs: Worauf Sie bei Muttermalen achten sollten

Hautkrebs ist in Europa eine der am häufigsten auftretenden Krebsarten – doch je früher er entdeckt wird, desto besser sind meist die Heilungschancen. Viele Formen des Hautkrebses beginnen mit Veränderungen an bestehenden Muttermalen oder treten als neue Hautveränderungen auf. Wenn Sie wissen, worauf Sie achten sollten, können Sie erste Warnzeichen meist frühzeitig erkennen und sich bei Bedarf rechtzeitig an eine Fachperson wenden. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Hautveränderungen auf Hautkrebs hindeuten können, wie Sie die einfach verständliche ABCDE-Regel bei der Selbstuntersuchung anwenden und wann es sinnvoll ist, einen Arzt aufzusuchen.

Warnzeichen für Hautkrebs: Worauf Sie bei Muttermalen achten sollten

Anzeichen für Hautkrebs

Nicht jeder Muttermal oder Hautfleck bedeutet gleich etwas Besorgniserregendes. Die meisten Menschen haben zahlreiche Muttermale, Sommersprossen oder andere Flecken, die völlig harmlos sind. Es gibt jedoch bestimmte Auffälligkeiten, bei denen Sie genauer hinschauen sollten – vor allem, wenn es um das Risiko für Melanome geht, die gefährlichste Form von Hautkrebs.

Achten Sie insbesondere auf folgende Veränderungen:

  • Neue Muttermale: Entwickelt sich nach dem 30. Lebensjahr ein neues Muttermal oder Hautfleck, sollten Sie ihn aufmerksam beobachten – vor allem, wenn er sich von Ihren übrigen Muttermalen unterscheidet.
  • Veränderungen bestehender Muttermale: Wenn sich ein Muttermal im Verlauf von Wochen oder Monaten in Größe, Form oder Farbe verändert, ist das ein Warnzeichen.
  • Auffällige Optik: Muttermale, die sich deutlich von Ihren anderen unterscheiden (sogenannte „Ausreißer“), sollten ärztlich abgeklärt werden.
  • Juckreiz, Blutungen, Schmerzen: Jede Hautstelle, die plötzlich juckt, blutet, verkrustet oder schmerzt, sollte einem Arzt gezeigt werden.
  • Nicht heilende Wunden: Ein Fleck, der wie eine Wunde wirkt, aber über Wochen hinweg nicht abheilt, kann ebenso ein Hinweis auf Hautkrebs sein.

Denken Sie daran: Nicht jeder Hautkrebs sieht auffällig aus! Manche Formen zeigen sich bloß als perlmuttfarbene Knötchen, rötliche Flecken oder raue, schuppige Areale. Regelmäßige Selbstuntersuchungen und Aufmerksamkeit für Veränderungen sind der beste Weg, um frühzeitig gegenzusteuern.

Die ABCDE-Regel einfach erklärt

Die ABCDE-Regel bietet Ihnen eine schnelle und einprägsame Orientierung, mit der Sie Ihre Muttermale und Hautflecken selbst kontrollieren können. Jeder Buchstabe steht dabei für ein Merkmal, das auf ein mögliches Melanom hinweisen kann:

  • A – Asymmetrie: Gibt es eine klare Symmetrie in der Form des Muttermals, wenn Sie eine imaginäre Linie durch die Mitte ziehen? Asymmetrische Flecken gelten als verdächtiger.
  • B – Begrenzung (Border): Sind die Ränder glatt und regelmäßig, oder wirken sie unregelmäßig, verschwommen oder ausgefranst?
  • C – Color (Farbe): Ist die Farbe gleichmäßig verteilt? Besorgniserregend sind Flecken, die mehrere Braun-, Schwarz-, Rot-, Grau-, Weiß- oder Blautöne aufweisen.
  • D – Durchmesser (Diameter): Ist das Muttermal größer als 6 mm (ungefähr so groß wie das Ende eines Bleistiftradiergummis)? Häufig sind Melanome größer, aber auch kleinere können problematisch sein.
  • E – Entwicklung (Evolution): Hat sich das Muttermal in letzter Zeit in Größe, Form, Farbe oder in seinen Symptomen verändert, etwa durch Juckreiz oder Blutungen?

Die ABCDE-Regel ist eine wichtige Faustregel – aber nicht alle Melanome erfüllen diese Merkmale. Sobald ein Hautfleck ungewöhnlich erscheint oder sich neu bildet, sollten Sie ihn ärztlich abklären lassen.

Das „Ugly Duckling”-Prinzip und weitere Hinweise

Ein häufig verwendeter Begriff bei der Beurteilung von Muttermalen ist das sogenannte „Ugly Duckling“-Zeichen, also das „hässliche Entlein“. Damit ist gemeint: Viele Menschen haben zahlreiche Muttermale, die sich ähneln. Ein Muttermal, das deutlich anders aussieht als alle anderen, sollte besonders beobachtet und im Zweifelsfall untersucht werden.

Weitere Warnhinweise sind:

  • Schnelles Wachstum: Flecken oder Muttermale, die innerhalb weniger Wochen oder Monate deutlich größer werden.
  • Mehrfarbigkeit: Eine Mischung unterschiedlicher Farben in einem einzigen Muttermal.
  • Veränderte Oberflächenstruktur: Wird ein Muttermal plötzlich hart, knotig, schuppig oder bildet eine Kruste, ist Vorsicht geboten.
  • Wunden, die nicht heilen: Insbesondere wenn sie immer wieder bluten oder nicht abheilen.
  • Lokalisation: Hautkrebs tritt besonders häufig an sonnenexponierten Stellen auf, etwa im Gesicht, an den Ohren, am Hals, an Armen, Händen oder Beinen. Aber: Auch Hautveränderungen auf der Kopfhaut, unter den Nägeln oder an den Fußsohlen sollten nicht übersehen werden.

Wenn Sie viele Muttermale haben oder Hautkrebs (bei sich oder in der Familie) vorkam, ist eine besonders sorgfältige Selbstkontrolle ratsam.

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

Es ist nicht immer einfach zu sagen, ab wann ein Muttermal oder eine Hautveränderung medizinisch abgeklärt werden sollte. Als Faustregel gilt: Lieber früher als zu spät von einer Fachperson untersuchen lassen, besonders bei folgenden Auffälligkeiten:

  • Ein neues Muttermal oder ein neuer Fleck – insbesondere nach dem 30. Lebensjahr.
  • Ein Muttermal, das sich sichtbar verändert (in Größe, Form, Farbe oder Oberfläche).
  • Ein Muttermal oder Fleck, das sich deutlich von den anderen unterscheidet („hässliches Entlein“).
  • Eine Wunde, die nach einigen Wochen nicht zuheilt.
  • Symptome wie Juckreiz, Blutungen oder Schmerzen an einem Muttermal.

Warten Sie nicht darauf, dass ein Muttermal weh tut oder stört. Früh entdeckter Hautkrebs macht meist keine Beschwerden. Wenn Sie unsicher sind, gibt ein kurzer Check bei Hausarzt, Hautärztin oder Dermatologen Sicherheit. Ärztinnen und Ärzte erkennen meist rasch, ob ein Fleck harmlos ist oder näher untersucht werden sollte.

Was erwartet Sie bei der Untersuchung?

Der Arztbesuch bei Verdacht auf Hautkrebs ist in der Regel unkompliziert und schmerzfrei:

  • Anamnese: Sie werden gefragt, seit wann der Fleck besteht, welche Veränderungen es gab und ob Hautkrebs in der Familie vorkommt.
  • Klinische Untersuchung: Der auffällige Fleck und auch die übrige Haut werden mit bloßem Auge und oft mithilfe eines Dermatoskops (einer Art Lupe mit Licht) genau betrachtet.
  • Fotodokumentation: Manchmal werden Fotos gemacht, um Veränderungen im Verlauf zu dokumentieren.
  • Biopsie: Ist der Befund auffällig, wird meist eine kleine Gewebeprobe entnommen (Biopsie). Das ist ein kurzer, kleiner Eingriff unter lokaler Betäubung.
  • Nachsorge und weitere Schritte: Ist das Muttermal harmlos, genügt oft die Empfehlung zur gelegentlichen Kontrolle. Bei einer Hautkrebsdiagnose bespricht Ihr Arzt oder Ihre Ärztin das weitere Vorgehen und mögliche Behandlungsoptionen.

Glücklicherweise sind die meisten untersuchten Muttermale und Hautflecken gutartig und müssen nicht entfernt werden. Die Früherkennung von Hautkrebs verbessert Ihre Chancen auf eine einfache Behandlung und vollständige Heilung entscheidend.

Haben Sie während des Arzttermins keine Scheu, Fragen zu stellen – so wissen Sie genau, was Sie erwartet und wie Sie am besten weiter vorgehen.

Falls bei Ihnen zusätzlich andere, ungeklärte Symptome wie ein größerer, unerklärlicher Gewichtsverlust auftreten, können Sie hier nachlesen, wann das ein Anlass für einen Arztbesuch ist.

Wichtige Erkenntnisse: Die regelmäßige Selbstuntersuchung Ihrer Haut und das Wissen um Warnzeichen können Leben retten. Nutzen Sie die ABCDE-Regel, achten Sie auf das „hässliche Entlein“ und nehmen Sie neue oder veränderte Flecken ernst. Im Zweifel sollten Sie immer ärztlichen Rat einholen. Frühzeitige Erkennung ist Ihr bester Schutz.