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Beinschwellung und Wadenschmerzen: Wann Sie an ein Blutgerinnsel (TVT) denken sollten

Beinschwellungen und Wadenschmerzen: Wann besteht der Verdacht auf eine tiefe Venenthrombose (TVT)?

Beinschwellung und Wadenschmerzen: Wann Sie an ein Blutgerinnsel (TVT) denken sollten

In diesem Artikel erfahren Sie, was genau eine TVT ist, auf welche Symptome Sie achten sollten, wie Sie Ihr persönliches Risiko einschätzen und wie Sie im Verdachtsfall richtig handeln. Außerdem erklären wir Notfallwarnzeichen, diagnostische Möglichkeiten und Behandlungsmethoden – und worauf Sie selbst achten können.

Was ist eine TVT und warum ist sie so gefährlich?

Eine tiefe Venenthrombose (TVT) entsteht, wenn sich ein Blutgerinnsel in einer tiefen Vene bildet – meist im Unterschenkel, Oberschenkel oder Becken. Diese Venen transportieren das sauerstoffarme Blut zum Herzen zurück. Wird der Fluss durch ein Gerinnsel blockiert, staut sich das Blut, und es kommt zu Schmerzen und Schwellungen in der betroffenen Gliedmaße.

Die größte Gefahr bei einer TVT besteht darin, dass sich ein Teil des Gerinnsels lösen und mit dem Blutstrom zur Lunge wandern kann. Dort kann es eine Lungenembolie (LE) verursachen – eine lebensbedrohliche Komplikation, bei der der Blutfluss in der Lunge blockiert wird. Deshalb sollten Sie eine TVT niemals auf die leichte Schulter nehmen oder versuchen, sie auf eigene Faust zu behandeln.

  • Eine TVT betrifft meist die Beine; selten entstehen Gerinnsel auch in anderen tiefen Venen.
  • Grundsätzlich kann jeder an einer TVT erkranken – allerdings gibt es bestimmte Risikofaktoren (siehe unten).
  • Eine rasche Diagnose und Behandlung kann schwerwiegende Komplikationen verhindern.

Wer weiß, wann eine TVT wahrscheinlich ist, kann im Notfall schnell reagieren und ernsthafte Folgen vermeiden.

Wann macht ein Blutgerinnsel die Symptome wahrscheinlicher?

Nicht jede Schwellung oder jeder Schmerz im Bein ist automatisch ein Hinweis auf ein Blutgerinnsel. Häufige Ursachen sind:

  • Muskelzerrungen oder -verspannungen
  • Kleinere Prellungen oder Verletzungen
  • Längeres Stehen oder Sitzen
  • Krampfadern
  • Infektionen (z. B. Zellulitis)

Bestimmte Beschwerden und Risikofaktoren machen eine TVT jedoch wahrscheinlicher. Achten Sie besonders auf die Kombination folgender Anzeichen:

  • Plötzlich auftretende Schwellung an einem Bein (selten an beiden Beinen)
  • Druckschmerz oder ein ziehender Schmerz in Wade oder Oberschenkel (oft mit Krämpfen verwechselt)
  • Wärmegefühl oder Rötung über dem schmerzhaften oder geschwollenen Bereich
  • Veränderung der Hautfarbe: blass, bläulich oder rötlich
  • Schwellung, die trotz Hochlegen und Ruhe nicht besser wird

Ein erhöhtes Risiko für eine TVT besteht insbesondere bei:

  • Kürzlich erfolgten Operationen oder längeren Krankenhausaufenthalten (vor allem im Bereich Becken, Hüfte oder Bein)
  • Längeren Phasen der Bewegungslosigkeit (z. B. Langstreckenflug, lange Autofahrt)
  • Früheren Blutgerinnseln oder bekannten Gerinnungsstörungen
  • Aktiver Krebserkrankung oder kürzlich abgeschlossener Krebstherapie
  • Schwangerschaft und Wochenbett (besonders in den ersten sechs Wochen nach Geburt)
  • Hormontherapien (z. B. Antibabypille, Hormon-Ersatztherapie)
  • Übergewicht
  • Rauchen
  • Alter über 60 Jahre

Haben Sie einen dieser Risikofaktoren und entwickeln Sie eine neue, unerklärliche Beinschwellung oder Schmerzen? Dann sollten Sie umgehend einen Arzt kontaktieren.

Notfallwarnzeichen für eine Lungenembolie

Manchmal kann das Blutgerinnsel von der Beinvene bis in die Lunge gelangen und dort eine Lungenembolie auslösen – eine akute, lebensgefährliche Situation. Wenden Sie sich im Zweifel lieber einmal zu viel an den Notruf, insbesondere bei folgenden Beschwerden:

  • Plötzliche, unerklärbare Atemnot
  • Scharfer Brustschmerz (wird beim tiefen Einatmen oft schlimmer)
  • Schneller Herzschlag oder Herzrasen
  • Bluthusten
  • Schwindel, Ohnmacht oder starke Benommenheit

Diese Symptome können sich sehr schnell entwickeln und oft mit großer Angst oder dem Gefühl eines drohenden Unheils einhergehen. Versuchen Sie keinesfalls, selbst ins Krankenhaus zu fahren, sondern rufen Sie sofort medizinische Hilfe!

Wie sollten Sie bei Verdacht auf TVT vorgehen – und was besser nicht tun?

Wenn Sie glauben, eine TVT zu haben (zum Beispiel wegen einseitiger Beinschwellung und Schmerzen, insbesondere bei vorhandenem Risiko):

  • Kontaktieren Sie sofort Ihren Hausarzt oder suchen Sie eine Notaufnahme auf.
  • Wenn dazu geraten wird, fahren Sie mit einem Taxi oder lassen Sie sich bringen, aber laufen oder belasten Sie das Bein möglichst wenig – Bewegung könnte das Gerinnsel lösen.
  • Verzichten Sie auf Hausmittel oder Schmerzmittel ohne ärztliche Rücksprache.
  • Massieren Sie das betroffene Bein nicht – damit könnten Sie das Blutgerinnsel unbeabsichtigt lösen.
  • Lagern Sie das Bein hoch und ruhen Sie sich aus, bis Sie ärztlich untersucht wurden.

Eine rasche medizinische Abklärung senkt das Risiko schwerwiegender Komplikationen erheblich. Im Zweifel gilt: Lieber einmal zu viel zum Arzt!

Wann kann man abwarten und beobachten?

In den meisten Fällen sollten plötzlich auftretende Schmerzen oder Schwellungen im Bein ärztlich abgeklärt werden – besonders, wenn Risikofaktoren für eine TVT bestehen. Wenn Ihre Beschwerden mild sind, eine klare Ursache haben (z. B. nach einer nachweislichen Verletzung) und sich mit Ruhe bessern, können Sie kurzzeitig abwarten. Besser ist jedoch: Lassen Sie im Zweifelsfall medizinisch abklären, ob eine ernsthafte Ursache vorliegt.

Wie wird eine TVT festgestellt und behandelt?

Vermutet Ihr Arzt eine TVT, wird er Ihre Krankengeschichte, Symptome und Risikofaktoren abfragen. Zur Bestätigung dienen in der Regel bildgebende Verfahren, insbesondere:

  • Ultraschall (Sonografie): Die wichtigste, schnell verfügbare und schmerzfreie Untersuchung zum Nachweis von Blutgerinnseln.
  • Blutuntersuchung (D-Dimer-Test): Kann helfen, eine Thrombose auszuschließen, wenn der Verdacht gering ist und der Test normal ausfällt.
  • In seltenen Ausnahmefällen: CT oder MRT zur weiteren Abklärung.

Wird eine TVT bestätigt, besteht das Behandlungsziel darin, das Wachstum des Gerinnsels zu stoppen, eine Lungenembolie zu verhindern und das Risiko neuer Thrombosen zu minimieren. Die wichtigsten Maßnahmen sind:

  • Antikoagulanzien (Blutverdünner): Lösen das Gerinnsel nicht direkt auf, verhindern aber, dass es wächst oder sich neue bilden. Die Therapie dauert meist mindestens drei Monate.
  • Kompressionsstrümpfe: Helfen, die Schwellung zu verringern und Spätfolgen wie das postthrombotische Syndrom zu vermeiden.
  • Kontrolltermine beim Arzt: Um die Therapie zu überwachen und ggf. anzupassen.
  • Krankenhausaufenthalt: Nötig bei größeren Gerinnseln, besonders hohem Risiko oder Unverträglichkeit der Medikamente.

Nur selten werden operative Maßnahmen oder ein Vena-cava-Filter notwendig (zum Beispiel, wenn Blutverdünner nicht möglich sind oder gravierende Komplikationen vorliegen).

Mit der richtigen Behandlung erholen sich die meisten Patienten vollständig. Wichtig ist, die verordneten Medikamente konsequent einzunehmen und ärztliche Kontrollen wahrzunehmen. Ihr Arzt informiert Sie auch, worauf Sie im Alltag achten sollten, etwa bei Reisen oder körperlicher Aktivität, und wie Sie das Risiko für ein erneutes Blutgerinnsel senken können.

Welche Vorsorgemaßnahmen gibt es für Risikopatienten?

Falls bei Ihnen ein erhöhtes Risiko für eine TVT besteht, kann Ihr Arzt folgende Empfehlungen geben:

  • Regelmäßige Bewegung – besonders auf langen Reisen öfter aufstehen oder Beinübungen durchführen
  • Tragen von Kompressionsstrümpfen, falls ärztlich empfohlen
  • Ausreichend trinken (sofern keine Einschränkungen vorliegen)
  • Auf ein gesundes Körpergewicht achten und nicht rauchen
  • Risikofaktoren vor geplanten Operationen oder Klinikaufenthalten mit dem Arzt besprechen

Wenn Sie bereits eine TVT hatten oder Blutverdünner einnehmen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie neue Medikamente einnehmen oder größere Änderungen im Lebensstil planen.

Möchten Sie sich genauer über Warnsignale bei plötzlicher Atemnot informieren? In unserem Leitfaden zu ernsthaften Ursachen für Atemnot und Warnsymptomen finden Sie weitere hilfreiche Informationen.

Fazit

Beinschwellungen und Wadenschmerzen haben viele mögliche Ursachen. Ein Blutgerinnsel (TVT) ist jedoch eine der wichtigsten und potenziell gefährlichsten – und sollte immer ernst genommen werden. Achten Sie auf Warnzeichen und Risikofaktoren. Im Zweifel gilt: Suchen Sie lieber zügig ärztlichen Rat. So schützen Sie Ihre Gesundheit und können im Ernstfall Leben retten.

Wenn Sie unsicher sind, zögern Sie bitte nicht, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.