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Bluthochdruck: Die stillen Anzeichen, die viele übersehen

Bluthochdruck, auch Hypertonie genannt, ist eine weit verbreitete Erkrankung, die sich oft schleichend über viele Jahre hinweg entwickelt. Viele Betroffene bemerken lange Zeit nichts davon – deshalb spricht man beim Bluthochdruck auch häufig vom „stillen Killer“. Doch schon das frühzeitige Erkennen selbst unscheinbarer Anzeichen und das Wissen, wann eine Messung sinnvoll ist, kann maßgeblich dazu beitragen, die eigene Gesundheit und Lebensqualität zu schützen.

Bluthochdruck: Die stillen Anzeichen, die viele übersehen

In diesem Artikel erfahren Sie, warum Bluthochdruck häufig unbemerkt bleibt, welche subtilen Anzeichen häufig übersehen werden, wer besonders gefährdet ist und wie sowie wann Sie Ihren Blutdruck am besten messen. Außerdem erklären wir, zu welchem Zeitpunkt Sie ärztlichen Rat oder Unterstützung suchen sollten.

Warum Bluthochdruck oft keine Symptome verursacht

Bluthochdruck verursacht in der Regel keine eindeutigen Beschwerden – vor allem nicht in den Anfangsstadien. Ihr Körper kann sich schrittweise an einen erhöhten Blutdruck gewöhnen, und so fühlen Sie sich oft völlig gesund, obwohl Herz, Blutgefäße und andere Organe bereits belastet sind. Diese Unauffälligkeit ist der Grund, warum Bluthochdruck meistens erst dann auffällt, wenn bereits ernste Komplikationen wie Herzkrankheiten, Schlaganfall oder Nierenerkrankungen entstanden sind – häufig erst nach vielen Jahren ohne jegliche Vorzeichen.

Viele Betroffene fühlen sich trotz hoher Blutdruckwerte völlig normal und spüren weder Schmerzen noch Unwohlsein. Erst wenn langfristige Schäden entstehen, machen sich Beschwerden bemerkbar. Genau deshalb sind regelmäßige Kontrollen so wichtig – insbesondere für Menschen mit erhöhtem Risiko oder familiärer Vorbelastung.

Auch wenn Bluthochdruck meist keine Symptome verursacht, gibt es einige unspezifische Anzeichen, die gelegentlich beobachtet werden – oft allerdings auf andere Ursachen geschoben werden. Zu den häufigsten Missverständnissen gehören:

Subtile Anzeichen und weitverbreitete Fehlannahmen

Wichtig ist: Diese Warnzeichen sind unspezifisch und keinesfalls typisch für Bluthochdruck. Die meisten Menschen fühlen sich trotz hoher Werte ganz normal – ein weiterer Grund, regelmäßig zu messen, auch wenn keine Beschwerden auftreten.

Manche Menschen sind überzeugt, den eigenen Blutdruck „spüren“ zu können. Doch außer bei extremen Werten sind solche Empfindungen meist nicht vorhanden. Es ist also keine zuverlässige Methode, sich auf das eigene Körpergefühl zu verlassen.

  • Kopfschmerzen: Zwar können bei sehr hohem Blutdruck Kopfschmerzen auftreten, aber die Mehrheit der Betroffenen leidet nicht dauerhaft darunter.
  • Müdigkeit oder Verwirrtheit: Solche Beschwerden sind bei vielen Erkrankungen möglich und selten ein zuverlässiger Hinweis auf Bluthochdruck.
  • Nasenbluten: Kommt bei schwerer Hypertonie häufiger vor, ist aber insgesamt selten und meist nur bei extrem hohen Werten zu beobachten.
  • Schwindel oder verschwommenes Sehen: Diese Symptome können auftreten, aber oft stecken andere Ursachen dahinter.
  • Kurzatmigkeit oder Brustschmerzen: Tritt meist erst dann auf, wenn der Blutdruck bedrohlich hoch ist oder bereits Komplikationen bestehen.

Wichtig ist: Diese Warnzeichen sind unspezifisch und keinesfalls typisch für Bluthochdruck. Die meisten Menschen fühlen sich trotz hoher Werte ganz normal – ein weiterer Grund, regelmäßig zu messen, auch wenn keine Beschwerden auftreten.

Manche Menschen sind überzeugt, den eigenen Blutdruck „spüren“ zu können. Doch außer bei extremen Werten sind solche Empfindungen meist nicht vorhanden. Es ist also keine zuverlässige Methode, sich auf das eigene Körpergefühl zu verlassen.

Wer hat ein höheres Risiko für Bluthochdruck?

Grundsätzlich kann jeder Bluthochdruck entwickeln. Bestimmte Faktoren können das individuelle Risiko jedoch deutlich erhöhen. Zu diesen gehören:

  • Alter: Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, vor allem ab einem Alter von 65 Jahren.
  • Familiäre Vorbelastung: Leiden nahe Angehörige an Bluthochdruck, ist das eigene Risiko erhöht.
  • Ethnischer Hintergrund: Menschen afrikanischer oder karibischer Abstammung sind häufiger und in jüngerem Alter betroffen.
  • Übergewicht oder Adipositas: Jedes zusätzliche Kilo bedeutet Mehrarbeit für Herz und Blutgefäße.
  • Bewegungsmangel: Ein inaktiver Lebensstil fördert Bluthochdruck.
  • Ungesunde Ernährung: Wer häufig Salz, Fertigprodukte und wenig Obst oder Gemüse isst, erhöht das Risiko.
  • Übermäßiger Alkoholkonsum: Regelmäßiger starker Alkoholkonsum lässt den Blutdruck steigen.
  • Rauchen: Tabak belastet die Blutgefäße und treibt den Blutdruck kurzfristig in die Höhe.
  • Chronische Krankheiten: Diabetes, Nierenerkrankungen oder hormonelle Erkrankungen erhöhen das Risiko zusätzlich.

Selbst ohne erkennbaren Risikofaktor können Sie an Bluthochdruck erkranken – Vorsorgeuntersuchungen sind daher für alle Erwachsenen sinnvoll.

Wann und wie sollte man den Blutdruck messen?

Weil Bluthochdruck sich meist schleichend und unbemerkt entwickelt, ist regelmäßiges Messen entscheidend. Wer weiß, wann und wie gemessen wird, kann Beschwerden frühzeitig erkennen und rechtzeitig gegensteuern.

Wann ist eine Messung sinnvoll?

  • Im Erwachsenenalter empfiehlt es sich, den Blutdruck mindestens einmal jährlich kontrollieren zu lassen.
  • Bei erhöhtem Risiko, familiärer Vorbelastung oder bereits festgestellten hohen Werten sind häufigere Kontrollen nach Rücksprache mit dem Arzt ratsam.
  • Während der Schwangerschaft sollte der Blutdruck regelmäßig überprüft werden, da Schwankungen möglich sind und Risiken für Mutter und Kind bestehen.
  • Bei diagnostiziertem Bluthochdruck ist auf die regelmäßigen Messintervalle zu achten, die Ihr Arzt empfiehlt.

Wie funktioniert die Blutdruckmessung?

Die Messung erfolgt normalerweise mit einer aufblasbaren Manschette um den Oberarm. Sie kann in der Praxis, in der Apotheke oder zu Hause mit einem zertifizierten digitalen Gerät durchgeführt werden. Gerade die Kontrolle daheim wird immer beliebter: Sie ist bequem, lässt sich gut in den Alltag einbauen und liefert oft zuverlässigere Werte – weil viele Menschen in einer Praxissituation durch Nervosität („Weißkittelhypertonie“) höhere Werte aufweisen.

Worauf sollten Sie bei der Selbstmessung achten?

  • Sitzen Sie vor der Messung mindestens fünf Minuten ruhig.
  • Stellen Sie die Füße flach auf den Boden, der Rücken soll gestützt sein.
  • Legen Sie den Arm auf Herzhöhe ab.
  • Messen Sie idealerweise zwei- bis dreimal im Abstand von je einer Minute und notieren Sie die Ergebnisse.
  • Führen Sie die Messungen täglich zur gleichen Uhrzeit durch – am besten morgens und abends.

Blutdruckwerte bestehen aus zwei Zahlen, zum Beispiel 130/80 mmHg. Die erste Zahl (systolischer Wert) gibt den Druck während des Herzschlags an, die zweite Zahl (diastolischer Wert) den Druck zwischen den Schlägen. Werte unter 120/80 mmHg gelten in der Regel als normal – wie Ihre Messwerte zu interpretieren sind, hängt aber immer von Ihrer individuellen Gesundheitssituation ab. Sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt.

Wenn Sie unsicher sind, wie ein Blutdruckmessgerät zu Hause funktioniert, zeigen Ihnen Ihr Apotheker oder Ihr medizinischer Betreuer gerne die Handhabung.

Wann sollten Sie ärztlichen Rat einholen?

Da Bluthochdruck meist symptomlos bleibt, ist es ratsam, den Hausarzt aufzusuchen, wenn Ihre Werte wiederholt über dem empfohlenen Bereich liegen – auch dann, wenn Sie sich fit fühlen.

  • Bei anhaltenden Werten über 140/90 mmHg (oder über dem von Ihrem Arzt individuell festgelegten Zielbereich) vereinbaren Sie bitte einen Arzttermin.
  • Treten zusammen mit hohen Werten starke Kopfschmerzen, Sehprobleme, Brustschmerzen, Luftnot oder Verwirrtheit auf, sollten Sie sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
  • Wenn Sie an weiteren Erkrankungen wie Diabetes oder Nierenerkrankungen leiden, sind häufigere Kontrollen sinnvoll.
  • Während der Schwangerschaft und bei erhöhtem Blutdruck benachrichtigen Sie umgehend Ihren Arzt – hier ist besondere Aufmerksamkeit gefragt.

Auch bei leicht erhöhten Werten empfiehlt Ihr Arzt möglicherweise zunächst Änderungen des Lebensstils und beobachtet die Entwicklung über einen bestimmten Zeitraum. Hohe Werte sollten jedoch niemals ignoriert werden – unabhängig davon, wie Sie sich fühlen.

Die frühzeitige Erkennung und Behandlung von Bluthochdruck ist der beste Schutz vor schwerwiegenden Folgen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenversagen. Regelmäßige Kontrollen, das Bewusstsein für persönliche Risiken und die enge Zusammenarbeit mit Ihrem Ärzteteam leisten einen entscheidenden Beitrag zu Ihrer langfristigen Gesundheit.

Haben Sie Fragen zu Ihrem Blutdruck oder zur richtigen Messung? Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Wer jetzt handelt, kann viel für sein künftiges Wohlbefinden tun.

Mehr Informationen zum Thema Frühwarnzeichen bietet Ihnen unser Leitfaden zum schnellen und genauen Erkennen von Schlaganfallsymptomen.