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Handzittern: Stress, Koffein oder eine neurologische Erkrankung?

Ein Zittern oder Schütteln der Hände kann beunruhigend sein. Viele Menschen erleben irgendwann in ihrem Leben ein Zittern, dessen Ursachen von harmlosen Alltagsfaktoren bis hin zu ernsthaften Erkrankungen reichen können. Wenn Sie verstehen, warum Zittern auftreten kann, wann ärztlicher Rat notwendig ist und wie Ärzte das Problem einschätzen, fühlen Sie sich besser vorbereitet und können Ihre nächsten Schritte gezielter planen.

Handzittern: Stress, Koffein oder eine neurologische Erkrankung?

Dieser Artikel erklärt die häufigsten Ursachen für Handzittern, zeigt auf, wann die Symptome auf eine neurologische Störung hindeuten könnten, stellt ärztliche Untersuchungsmöglichkeiten vor und gibt Tipps, welche Informationen Sie für Ihr Gespräch beim Arzt notieren sollten.

Häufige harmlose Ursachen für Zittern

Nicht jedes Zittern der Hände ist ein Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung. In den meisten Fällen stecken vorübergehende oder harmlose Gründe dahinter, die sich beheben oder anpassen lassen. Zu den typischen harmlosen Ursachen zählen:

  • Stress und Angst: Emotionaler Stress, Nervosität oder Angst können zeitweise ein Zittern der Hände verursachen. Dieses sogenannte „physiologische Zittern“ verschwindet in der Regel, sobald Sie sich entspannen.
  • Koffein: Ein hoher Konsum von Kaffee, Tee, Energydrinks oder bestimmten Medikamenten kann das Nervensystem überreizen und zu zitternden Händen führen. Eine Verringerung des Koffeinkonsums bringt meist rasch Besserung.
  • Müdigkeit: Schlafmangel oder starke körperliche Erschöpfung schwächen die Muskelkontrolle und können dadurch ein Zittern hervorrufen.
  • Niedriger Blutzucker (Hypoglykämie): Ausgelassene Mahlzeiten oder eine unzureichende Nahrungsaufnahme senken den Blutzuckerspiegel. Neben anderen Symptomen – wie Schwitzen oder Schwächegefühlen – kann auch Zittern an den Händen auftreten.
  • Medikamente: Bei manchen verschreibungspflichtigen Medikamenten, etwa bestimmten Asthmasprays, Antidepressiva oder Arzneimitteln gegen Epilepsie, wird Zittern als Nebenwirkung aufgeführt.
  • Entzug: Der abrupte Verzicht auf Alkohol oder bestimmte Medikamente kann vorübergehend ein Zittern auslösen.

Diese Arten von Zittern sind meist leicht, verschlimmern sich nicht und verschwinden in vielen Fällen, sobald die Auslöser beseitigt werden.

Anzeichen für neurologische Störungen

Obwohl Zittern häufig harmlos ist, können die Symptome manchmal auch auf eine Erkrankung des Nervensystems oder eine andere medizinische Ursache hindeuten. Auf folgende Merkmale sollten Sie achten:

  • Das Zittern beginnt schleichend und nimmt im Laufe der Zeit zu
  • Es tritt auch in Ruhe auf – nicht nur bei Bewegung oder Stress
  • Weitere Symptome wie Muskelsteifheit, Bewegungsverlangsamung, Gangunsicherheit, Sprachveränderungen oder Koordinationsprobleme kommen hinzu
  • Das Zittern besteht nur auf einer Körperseite
  • Alltägliche Handlungen wie Schreiben, Essen oder Anziehen werden durch das Zittern erschwert

Typische neurologische Erkrankungen, die mit Zittern verbunden sein können, sind:

  • Essentieller Tremor: Die häufigste Bewegungsstörung betrifft meist beide Hände und kann familiär gehäuft auftreten. Der Tremor nimmt bei gezielten Bewegungen zu und kann sich durch Ruhe oder kleine Mengen Alkohol bessern.
  • Parkinson-Krankheit: Ein Zittern, das zunächst auf einer Seite beginnt und vor allem in Ruhesituationen auftritt, ist ein frühes Anzeichen. Weiterhin typisch: Verlangsamte Bewegungen, Muskelsteifheit und Gleichgewichtsprobleme.
  • Dystonie: Diese Bewegungsstörung führt zu unkontrollierten Muskelkontraktionen, manchmal auch zu Zittern, und kann auffällige Körperhaltungen oder wiederholte Bewegungen verursachen.
  • Multiple Sklerose (MS): Zittern ist eines von mehreren möglichen Symptomen, oft zusammen mit Muskelschwäche, Gefühlsstörungen oder Sehstörungen.
  • Andere neurologische Erkrankungen: Erkrankungen, die das Gehirn, Rückenmark oder die Nerven betreffen – etwa Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma oder erbliche Nervenerkrankungen – können ebenfalls Tremor auslösen.

Wenn eins oder mehrere der genannten Alarmsymptome auf Sie zutreffen oder Sie unsicher sind, sollten Sie einen Arzt zur Abklärung aufsuchen.

Welche Untersuchungen kommen infrage?

Wenn Sie einen Arzt wegen eines Handzitterns konsultieren, wird er oder sie zunächst ausführlich nach Ihren Beschwerden, Ihrer Krankengeschichte und Ihrem Lebensstil fragen sowie eine körperliche und neurologische Untersuchung durchführen. Je nach Erstbefund können folgende Untersuchungen sinnvoll sein:

  • Blutuntersuchungen: Zum Ausschluss von Stoffwechsel- oder Hormonstörungen, wie Schilddrüsenerkrankungen, Leber- oder Nierenproblemen sowie zur Kontrolle des Blutzuckers.
  • Bildgebende Verfahren: Besteht der Verdacht auf strukturelle Ursachen (z. B. Schlaganfall, Tumor), werden MRT- oder CT-Bilder vom Kopf angefertigt.
  • Elektromyographie (EMG) und Nervenleitungsuntersuchungen: Diese Tests prüfen die elektrische Aktivität von Muskeln und Nerven, um die genaue Ursache zu ermitteln.
  • Handschrift- und Zeichentests: Aufgaben wie das Zeichnen einer Spirale oder kurze Schreibproben können Hinweise auf die Tremorart liefern.
  • Medikationsüberprüfung: Der Arzt prüft Ihre aktuellen und früheren Medikamente, um herauszufinden, ob eines davon Zittern verursachen könnte.

Nicht jeder benötigt alle diese Untersuchungen. Ihr Arzt entscheidet individuell, was in Ihrem Fall am sinnvollsten ist. Manchmal reicht es auch, das Zittern über einen längeren Zeitraum zu beobachten, um die Ursache näher einzugrenzen.

Wann ist eine Überweisung an einen Facharzt sinnvoll?

Ein Großteil der Fälle kann vom Hausarzt behandelt werden. Dennoch gibt es Situationen, in denen Sie zu einem Neurologen – ein auf Erkrankungen des Nervensystems spezialisierter Arzt – überwiesen werden sollten, zum Beispiel wenn:

  • Ihr Zittern stark ausgeprägt, anhaltend oder zunehmend ist
  • Neben dem Zittern andere neurologische Symptome wie Schwäche, Taubheitsgefühl, Sprach- oder Sehstörungen auftreten
  • Der Verdacht auf eine Erkrankung wie Parkinson, essentieller Tremor oder Multiple Sklerose besteht
  • Die Erstuntersuchung keine eindeutige Ursache ergibt

Fachärzte können weitere Tests oder spezielle Therapien einleiten: etwa Medikamente, gezielte Therapien oder, in seltenen Fällen, operative Eingriffe. Sie unterstützen zudem im Umgang mit den Symptomen und bei einer möglichen Langzeitbehandlung.

Wichtige Informationen für den Arztbesuch

Wenn Sie Ihren Arzttermin gut vorbereitet antreten, läuft die Untersuchung effizienter ab und der Arzt kann gezielter auf Ihre Beschwerden eingehen. Notieren Sie sich im Vorfeld:

  • Beginn und Häufigkeit: Seit wann besteht das Zittern, wie oft und wie lange tritt es auf?
  • Auslöser und Muster: Kommt das Zittern in Ruhe, bei Bewegung oder Stress? Gibt es etwas, das es verstärkt oder lindert (z. B. Koffein, Ruhe, Medikamente)?
  • Begleiterscheinungen: Haben Sie weitere Symptome wie Schwäche, Taubheit, Steifigkeit, Gleichgewichtsstörungen, Sehstörungen oder Sprachveränderungen?
  • Persönliche und familiäre Vorgeschichte: Gibt es ähnliche Erkrankungen in der Familie?
  • Medikamenten- und Substanzkonsum: Schreiben Sie auf, welche Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel Sie einnehmen, Ihren Koffein- und Alkoholkonsum sowie kürzlich erfolgte Änderungen.
  • Auswirkungen auf den Alltag: Notieren Sie, wie Sie das Zittern in Arbeit, Freizeit oder bei der Selbstversorgung beeinträchtigt.

Diese Informationen helfen dem Arzt, Ihre Situation besser einzuschätzen und gegebenenfalls rascher eine Diagnose zu stellen.

Falls Sie zusätzlich zum Zittern der Hände auch unter Schwindel oder Ohnmachtsanfällen leiden, finden Sie weitere Informationen in unserem ausführlichen Beitrag über die häufigsten Ursachen von Schwindel und ärztliche Untersuchungen.

Handzittern ist häufig und hat meist harmlose Ursachen. Dennoch sollte anhaltendes, zunehmendes oder von weiteren Symptomen begleitetes Zittern medizinisch abgeklärt werden. Wenn Sie Ihre Symptome und mögliche Auslöser dokumentieren, helfen Sie Ihrem Arzt, eine gezielte Behandlung zu finden. Denken Sie daran: Je früher eine Untersuchung erfolgt, desto eher erhalten Sie Gewissheit und – falls notwendig – eine individuell abgestimmte Therapie.