Brustbrennen kann sehr beunruhigend sein – vor allem, wenn es nicht durch körperliche Anstrengung ausgelöst wird. Viele Betroffene fragen sich gleich: Ist das ein Anzeichen für Herzprobleme oder doch eher ein Magenproblem wie Sodbrennen? Wer die möglichen Auslöser kennt und weiß, wann ärztlicher Rat wichtig ist, kann besser auf seine Gesundheit achten. In diesem Beitrag erfahren Sie, warum Brustbrennen entsteht, woran Sie den Unterschied zwischen Verdauungs- und Herzursachen erkennen, welche Untersuchungen der Arzt veranlassen kann und wie Sie sich optimal auf einen Arzttermin vorbereiten.
Kein Fall gleicht dem anderen, und die Beschwerden können sich in ihrem Erscheinungsbild überschneiden. Besonders wenn Sie zum ersten Mal oder besonders intensiv unter Brennen in der Brust leiden, ist es ratsam, eine ärztliche Abklärung vorzunehmen. Nur so lässt sich die Ursache sicher feststellen.
Häufige Ursachen für Brennen in der Brust
Ein Brennen in der Brust kann aus unterschiedlichen Gründen auftreten. Zu den häufigsten gehören:
- Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD): Hierbei steigt Magensäure in die Speiseröhre auf und verursacht das typische Sodbrennen.
- Magengeschwüre: Geschwüre im Magen oder oberen Dünndarmbereich können starke, brennende Schmerzen verursachen, die manchmal bis in die Brust ausstrahlen.
- Muskelverspannungen: Überlastungen oder kleine Verletzungen der Brustmuskulatur verursachen oftmals ein Brennen, das sich bei Bewegung oder Berührung verstärkt.
- Angst und Panikattacken: Diese Zustände können neben Herzklopfen und Atemnot auch Brennen oder Druck in der Brust hervorrufen.
- Herzerkrankungen: Durchblutungsstörungen des Herzmuskels (Angina pectoris) oder sogar ein Herzinfarkt können sich mit einem brennenden Gefühl – statt dem klassischen Druck – bemerkbar machen.
- Atemwegserkrankungen: Entzündungen wie Bronchitis oder Lungenentzündung gehen manchmal auch mit Brustbrennen einher.
Nicht jedes Brennen in der Brust ist ein Anzeichen für eine ernste Erkrankung. Entscheidend sind der Ort, die Dauer und begleitende Symptome, um die Ursache richtig einzugrenzen.
GERD versus Herzsymptome: So erkennen Sie den Unterschied
Eine der größten Herausforderungen für Patienten und Ärzte besteht darin, brennende Brustschmerzen durch sauren Reflux von Herzbeschwerden zu unterscheiden. Im Folgenden finden Sie wichtige Hinweise, die die Unterscheidung erleichtern können:
Typische Anzeichen für GERD (Sodbrennen durch Reflux):
- Brennendes Gefühl direkt hinter dem Brustbein, meist nach dem Essen oder im Liegen
- Häufig verbunden mit saurem oder bitterem Geschmack im Mund
- Linderbar durch Antazida (Säureblocker)
- Tritt oft nach bestimmten Nahrungsmitteln auf (z. B. scharf, fettig oder sauer)
- Selten mit Atemnot oder Schweißausbrüchen verbunden
Typische Anzeichen für Herzprobleme:
- Brennende oder drückende Schmerzen mittig oder linksseitig in der Brust
- Strahlen aus in Arm, Nacken, Kiefer oder Rücken
- Kann auch in Ruhe oder schon bei leichter Belastung auftreten
- Häufig begleitet von Atemnot, kaltem Schweiß, Übelkeit oder Schwindel
- Lässt sich durch Antazida nicht bessern
Beachten Sie: Die Symptome können sich überlappen. Manche Menschen mit Herzproblemen spüren lediglich Brennen anstelle des „klassischen Brustdrucks”. Besonders bei Frauen sowie bei Patientinnen und Patienten mit Diabetes können Beschwerden untypisch verlaufen. Im Zweifel sollten Sie immer lieber einmal zu viel als zu wenig ärztlichen Rat einholen!
Welche Untersuchungen kann der Arzt bei Brustbrennen durchführen?
Ihr Arzt beginnt meist mit einer ausführlichen Befragung und körperlichen Untersuchung. Je nach Risikofaktoren und Auffälligkeiten der Symptome kommen verschiedene diagnostische Maßnahmen infrage, zum Beispiel:
- Elektrokardiogramm (EKG): Zeichnet die elektrische Aktivität des Herzens auf und hilft, Herzinfarkt oder Durchblutungsstörungen zu erkennen.
- Blutuntersuchungen: Aufschluss über Herzmuskelschäden (z. B. Troponin) oder Infektionszeichen.
- Röntgenbild des Brustkorbs: Gibt Hinweise auf Lungen- oder andere Erkrankungen, die Brustschmerzen auslösen können.
- Belastungs-EKG: Testet, wie Ihr Herz unter körperlicher Belastung arbeitet, und zeigt Durchblutungsstörungen auf.
- Echokardiografie: Ultraschalluntersuchung des Herzens zur Beurteilung von Struktur und Funktion.
- Obere Endoskopie (Gastroskopie): Ermöglicht die genaue Beurteilung von Speiseröhre und Magen, z. B. bei Verdacht auf Reflux, Geschwüre oder andere Verdauungsprobleme.
- pH-Messung: Überwachung des Säuregehalts in der Speiseröhre über 24 Stunden zur Diagnose von Reflux.
Welche Untersuchungen sinnvoll sind, hängt unter anderem von Alter, Vorerkrankungen und den individuellen Symptomen ab. Eine jüngere Person mit eindeutigen Reflux-Beschwerden braucht häufig weniger Tests als jemand mit Herzrisiko.
Warnzeichen: Wann ist schnelle Hilfe nötig?
Die meisten Formen von Brustbrennen sind harmlos – aber manche Fälle erfordern sofortige Behandlung. Achten Sie auf die folgenden Warnzeichen:
- Starke, plötzlich einsetzende oder über mehrere Minuten anhaltende Brustschmerzen
- Schmerzen, die in Arm, Nacken, Kiefer oder Rücken ausstrahlen
- Atemnot, vor allem in Ruhe
- Kalter Schweiß, Übelkeit oder Erbrechen
- Schwindel oder Ohnmacht
- Brustbrennen in Verbindung mit starkem Herzklopfen oder Herzrhythmusstörungen
- Plötzliche Sprachstörungen, Schwäche oder Taubheit einer Körperseite
Zeigen Sie selbst oder jemand in Ihrer Nähe solche Symptome, wählen Sie bitte sofort den Notruf. Bei Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall zählt jede Minute!
Gut vorbereitet zum Arzt: Das sollten Sie vor dem Termin notieren
Mit guter Vorbereitung helfen Sie Ihrem Arzt, schneller zur richtigen Diagnose zu gelangen. Besonders nützlich ist ein kleines Symptomtagebuch. Notieren Sie zum Beispiel:
- Wann treten die Beschwerden auf? Uhrzeit, Tagesverlauf und mögliche Auslöser (z. B. nach dem Essen, bei Stress, in Ruhe).
- Dauer und Stärke: Wie lange dauert das Brennen an? Wie stark empfinden Sie es (leicht, mittel, stark)?
- Begleitsymptome: Gibt es noch weitere Beschwerden (Atemnot, Übelkeit, Herzklopfen, Schwitzen)?
- Was bessert oder verschlechtert die Beschwerden? Hilft Bewegung, Liegen, Essen, bestimmte Medikamente?
- Krankenvorgeschichte: Notieren Sie bekannte persönliche und familiäre Erkrankungen des Herzens, des Verdauungstrakts oder andere relevante Diagnosen.
- Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel: Erstellen Sie eine Liste aller Arzneimittel – auch rezeptfreie Mittel und Vitamine.
Mit diesen Informationen kann der Termin beim Arzt strukturiert verlaufen, sodass gemeinsam die nächsten Schritte – seien es weitere Untersuchungen oder die passende Behandlung – geplant werden können.
Wenn das Brustbrennen häufiger auftritt, lohnt es sich außerdem, zu wissen, ab wann anhaltendes Sodbrennen einer genaueren Abklärung bedarf. Lesen Sie dazu unseren ausführlichen Ratgeber: Wann sollte man häufiges Sodbrennen ärztlich abklären lassen?
Brustbrennen ohne körperliche Anstrengung ist ein häufiges, manchmal aber auch irritierendes Symptom. Die Ursachen reichen von Magenproblemen über Herzleiden bis hin zu Angstzuständen. Wer Warnhinweise ernst nimmt und sich gezielt auf den Arzttermin vorbereitet, schafft die Grundlage für eine sichere Diagnose und effektive Behandlung. Zögern Sie nicht, bei Unsicherheit oder wiederkehrenden Beschwerden ärztlichen Rat einzuholen – Ihre Gesundheit steht an erster Stelle!
