Atemnot, ein Engegefühl in der Brust oder das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen, sind Beschwerden, die viele Menschen beunruhigen. Vielleicht haben auch Sie sich schon einmal gefragt: Sind das Symptome von Asthma – oder steckt doch eher Angst dahinter? So einfach lässt sich diese Frage oft nicht beantworten, denn Asthma und Angststörungen können ähnliche Beschwerden auslösen. Zu wissen, woran Sie die Unterschiede erkennen und wie Sie bei Unsicherheit am besten vorgehen, gibt Ihnen ein Gefühl von Kontrolle – und zeigt Ihnen, wann es Zeit ist, ärztlichen Rat einzuholen.

In diesem Artikel erfahren Sie, warum sowohl Asthma als auch Angst zu belastenden Atembeschwerden führen können, wie Sie die wichtigsten Unterschiede wahrnehmen und welche Maßnahmen im Zweifelsfall besonders wichtig sind. Denken Sie daran: Bei anhaltenden oder besorgniserregenden Beschwerden ist es immer ratsam, einen Arzt aufzusuchen.
Wie sich Asthma und Angst überschneiden können
Asthma und Angst sind zwei grundverschiedene Erkrankungen, die dennoch sehr ähnliche Symptome – vor allem im Bereich der Atmung – hervorrufen können. Während Asthma eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege ist, handelt es sich bei Angst um eine seelische Belastung, die häufig körperliche Symptome verursacht. Für die Überschneidungen gibt es gute Erklärungen:
- Atemnot: Das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen, ist typisch für beide Erkrankungen.
- Engegefühl in der Brust: Sowohl bei Asthma als auch bei Angst kann die Brust drückend, eingeengt oder schwer werden – auch wenn die Ursachen unterschiedlich sind.
- Schnelle Atmung: Angst führt oft zu Hyperventilation, also einer flachen, schnellen Atmung. Asthma wiederum bewirkt, dass Sie häufiger und angestrengter atmen, um einen Sauerstoffmangel auszugleichen.
- Husten: Bei Asthma ist Husten ein sehr häufiges Symptom. Aber auch manche Menschen mit Angstzuständen husten oder räuspern sich auffällig oft.
Die körperliche Stressreaktion bei Angst oder Panikattacken – Herzrasen, Schwitzen und schnelle Atmung – ähnelt oft verblüffend stark den Asthma-Symptomen. Bei Betroffenen, die ohnehin an Asthma leiden, kann starke Angst sogar einen Asthmaanfall auslösen. Das macht die Unterscheidung im Alltag nicht immer einfach, insbesondere dann, wenn beide Erkrankungen vorkommen.
Typische Anzeichen für Asthma
Asthma verursacht chronisch entzündete und verengte Atemwege – das erschwert das Atmen. An folgenden Hinweisen erkennen Sie, dass Ihre Beschwerden vermutlich auf Asthma zurückgehen:
- Keuchen: Ein pfeifendes, quietschendes Geräusch beim Ausatmen ist sehr charakteristisch, muss aber nicht immer auftreten.
- Beschwerden nach Kontakt mit Reizstoffen: Die Symptome verschlimmern sich z. B. beim Aufenthalt in staubigen Räumen, bei Kontakt zu Pollen, Rauch, Tieren, kalter Luft oder nach Anstrengung.
- Nächtliche Beschwerden: Viele Menschen mit Asthma werden nachts von Husten oder Atemnot geweckt.
- Besserung durch Inhalator: Ist ein Notfallinhalator (z. B. mit Salbutamol) wirksam und lindert die Symptome schnell, spricht das klar für Asthma.
- Allergien oder Ekzem in der Vorgeschichte: Wer selbst oder in der Familie bereits Allergien, Heuschnupfen oder ein Ekzem hatte, hat ein erhöhtes Asthma-Risiko.
Asthmaanfälle können schleichend beginnen oder plötzlich auftreten, die Beschwerden sind oft unterschiedlich stark ausgeprägt. Wenn Sie längerfristig Atembeschwerden haben oder typische Auslöser bemerken, besprechen Sie das bitte immer mit Ihrem Arzt. Häufig werden Untersuchungen wie Lungenfunktionstests (z. B. eine Spirometrie) oder ein Medikamenten-Test empfohlen.
Typische Anzeichen für Angst/Panikattacken
Auch starke Angst oder Panik kann Atemnot und Brustbeschwerden verursachen. Einige Merkmale deuten darauf hin, dass eher eine seelische Ursache vorliegt:
- Plötzlicher Beginn in Stresssituationen: Die Beschwerden treten unmittelbar als Reaktion auf Stress oder intensive Gefühle auf.
- Weitere Zeichen von Angst: Zittern, Schwitzen, Herzrasen, Schwindel, Übelkeit oder das Gefühl, „gleich umzufallen“, begleiten die Atemprobleme.
- Gefühl von „Luftmangel“ ohne echte Unterversorgung: Sie haben das Empfinden, nicht tief genug durchatmen zu können – objektiv ist Ihre Sauerstoffversorgung aber normal.
- Besserung durch Ablenkung oder Entspannung: Wenn bewusste Atemübungen, Ablenkung oder auch Entspannungstechniken Ihre Beschwerden deutlich verbessern, steckt meist Angst dahinter.
- Keine körperlichen Auslöser: Die Symptome erscheinen unabhängig von körperlicher Anstrengung, Allergenen oder Kälte.
- Vorbekannte Angststörung oder ähnliche Episoden: Wenn Sie früher schon einmal mit Panikattacken oder einer Angststörung zu tun hatten, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das aktuelle Erleben psychisch bedingt ist.
Panikattacken sind für Betroffene äußerst belastend und können sich lebensbedrohlich anfühlen, obwohl sie in der Regel ungefährlich sind. Treten sie jedoch zum ersten Mal oder besonders heftig auf, ist ärztlicher Rat unbedingt angebracht – ebenso, um ernsthafte Erkrankungen als Ursache auszuschließen.
Wann Atembeschwerden ein Notfall sind
Egal, ob bei bekannter Angststörung oder Asthma – bestimmte Beschwerden erfordern schnelle ärztliche Hilfe! Es kann lebensrettend sein zu erkennen, wann Sie unverzüglich handeln müssen. Rufen Sie sofort den Notarzt, wenn Sie eines der folgenden Symptome bemerken:
- Schwere Atemnot, sodass Sie kaum noch sprechen oder gehen können
- Lippen, Gesicht oder Finger färben sich blau oder grau
- Bewusstseinsverlust, starker Schwindel oder Verwirrtheit
- Starke, anhaltende Brustschmerzen
- Keine Besserung nach Anwendung Ihres Notfallinhalators (wenn Sie einen besitzen)
- Sehr plötzlich einsetzende Symptome, die sich in Ruhe nicht bessern
Bei einer bekannten Asthmaerkrankung ist es ratsam, den mit Ihrem Arzt festgelegten Asthma-Notfallplan zu beachten. Wenn sich Ihr Zustand trotz aller Maßnahmen rasant verschlechtert, suchen Sie sofort medizinische Hilfe. Auch bei der ersten Panikattacke oder Unsicherheit gilt: Lieber einmal zu viel ärztlich abklären lassen! Zögern Sie nicht, beim Verdacht auf einen Notfall den Notruf zu wählen – Fachkräfte können rasch unterscheiden, wodurch die Beschwerden verursacht werden, und bieten die passende Unterstützung.
Wie Ärzte der Ursache auf den Grund gehen
Suchen Sie mit Atemproblemen einen Arzt auf, wird er oder sie verschiedene Aspekte abklären, um die Ursache einzugrenzen. Zu den typischen Schritten gehören:
- Ausführliche Befragung (Anamnese): Sie schildern, wann und wie die Beschwerden auftreten, was sie verschlimmert oder bessert und ob es bekannte Auslöser gibt.
- Körperliche Untersuchung: Hierzu zählen das Abhören der Lunge, das Prüfen auf Herzrhythmusstörungen und das Suchen nach weiteren Auffälligkeiten.
- Lungenfunktionstests: Mit der Spirometrie wird beispielsweise die Lungenkapazität und die Atemstromstärke gemessen – das hilft bei der Asthma-Diagnose.
- Beobachtung der Reaktion auf Therapie: Eine schnelle Besserung auf Asthmamedikamente spricht für Asthma, Erleichterung durch Entspannung für Angst.
- Weitere Tests (falls nötig): Blutuntersuchungen oder bildgebende Verfahren können andere Erkrankungen wie Infektionen oder Herzerkrankungen ausschließen.
Mediziner achten sorgfältig auf Warnzeichen für schwerwiegende Erkrankungen. Häufig kommt es auch vor, dass sowohl Asthma als auch Angst gleichzeitig behandelt werden müssen – das verbessert die Behandlungserfolge. Ihr Arzt kann Ihnen bei einer Angstdiagnose Therapiegespräche, Stressbewältigung oder bei Bedarf auch Medikamente empfehlen. Bei Asthma sind Inhalatoren und das Meiden von Auslösern die wichtigsten Säulen. Leben Sie mit beiden Erkrankungen, profitieren Sie von einem strukturierten Behandlungsplan und gezieltem Stressabbau.
Es ist hilfreich, ein Symptom-Tagebuch zu führen und darin festzuhalten, wann, wie lange und bei welchen Gelegenheiten Atembeschwerden auftreten. Diese Informationen unterstützen Ihren Arzt dabei, eine präzise Diagnose zu stellen und die passende Behandlung für Sie zu finden.
Weitere Hinweise und Warnzeichen finden Sie in unserem Leitfaden zu wichtigen Warnzeichen bei Atemnot.
Asthma und Angststörungen sind zwar unterschiedliche Erkrankungen, können aber beide zu Luftnot, Engegefühl oder Brustschmerzen führen – und sind für Laien oft schwer zu unterscheiden. Sobald Sie unsicher sind oder die Beschwerden ausgeprägt sind, ist ärztliche Abklärung der sicherste Weg. Ihr medizinisches Team hilft Ihnen, die Ursache Ihrer Symptome zu erkennen, lebensbedrohliche Erkrankungen auszuschließen und passende Therapien zu finden – für mehr Sicherheit und ein besseres Wohlbefinden.