Kann ich eine bestimmte Untersuchung verlangen, auch wenn mein Arzt sie nicht empfohlen hat?

Geschlechtsneutrale Patientenfigur, die ein medizinisches Testformular betrachtet, neben einem freundlichen Gesundheitsdienstleister in einer ruhigen, hellen Umgebung.

Auf einen Blick

  • Ja, Sie können nach einer bestimmten Untersuchung fragen und erklären, warum Sie diese wünschen.
  • Ihr Arzt kann davon abraten, wenn die Untersuchung voraussichtlich nicht sinnvoll ist, möglicherweise schadet oder zu unnötigen Folgeuntersuchungen führt.
  • Ein gutes Gespräch sollte klären, welchen Zweck die Untersuchung erfüllt, was die Ergebnisse aussagen können und nicht können, und wie es danach weitergeht.
  • Wenn Sie unsicher sind, bitten Sie um eine verständliche Erklärung oder holen Sie eine zweite Meinung ein.

Kurzantwort

Ja. Sie können um eine bestimmte Untersuchung bitten, auch wenn Ihr Arzt sie nicht empfohlen hat. In vielen Fällen wird Ihr Arzt mit Ihnen erörtern, welche Gründe dafür und dagegen sprechen – etwa, ob sie zu Ihren Beschwerden, Ihrem Alter, Ihren Risikofaktoren und Ihrer Krankengeschichte passt. Eine Untersuchung ist jedoch nicht allein deshalb sinnvoll, weil sie zur Verfügung steht. Manche Untersuchungen liefern mehrdeutige oder falsch-positive Ergebnisse, sind mit Strahlenbelastung verbunden, verursachen Kosten oder führen zu Eingriffen, die Sie gar nicht benötigen. Eine der wichtigsten Fragen lautet daher: Was würde sich an meiner Behandlung tatsächlich ändern, und gibt es eine bessere Alternative?

Was Sie wissen sollten

Nachzufragen ist völlig berechtigt

Sie können eine Untersuchung ansprechen, von der Sie durch Familie, Freunde, soziale Medien, Nachrichtenberichte oder Werbung für private Vorsorgeangebote erfahren haben. Es ist hilfreich, wenn Sie Ihrem Arzt erklären, warum Sie fragen – etwa weil ein bestimmtes Symptom Sie beunruhigt, weil es in Ihrer Familie Fälle gab, oder wegen eines früheren Gesundheitsproblems. So kann Ihr Arzt beurteilen, ob die Untersuchung in Ihrer Situation angebracht ist.

Warum ein Arzt davon abraten kann

Ein Arzt empfiehlt eine Untersuchung mitunter nicht, wenn sie die Frage wahrscheinlich nicht eindeutig beantwortet oder Ihre Behandlung nicht verbessert. Beispiele sind eine bildgebende Untersuchung bei unkomplizierten Kreuzschmerzen, ein breit angelegter Allergietest ohne entsprechende Beschwerden oder eine Untersuchung mit Antibiotika, wenn eher eine virale Infektion vorliegt. Manchmal geht es aber weniger um die Untersuchung selbst als um das, was danach folgen kann: wiederholte Tests, Besorgnis, Biopsien, Nebenwirkungen oder die Behandlung von etwas, das nie Beschwerden verursacht hätte.

Fragen, die Sie vor einer Entscheidung klären sollten

  • Wonach wird bei dieser Untersuchung gesucht?
  • Warum meinen Sie, dass ich sie brauche oder nicht brauche?
  • Wie zuverlässig ist sie? Fragen Sie nach falsch-positiven und falsch-negativen Ergebnissen.
  • Gibt es Risiken? Etwa Strahlenbelastung, Blutungen, Reaktionen auf Kontrastmittel oder Überdiagnosen.
  • Was passiert bei einem positiven, negativen oder unklaren Ergebnis?
  • Gibt es eine einfachere oder sicherere Alternative?
  • Würde sich die Behandlung oder mein weiteres Vorgehen dadurch ändern?

Wenn Sie weiterhin besorgt sind

Wenn Ihre Anliegen nicht ausreichend berücksichtigt werden, können Sie Ihren Arzt bitten, seine Überlegungen in klarer, verständlicher Sprache zu erläutern. Sie können auch fragen, ob abwartende Beobachtung, eine Kontrolluntersuchung oder eine andere Abklärungsstrategie besser geeignet wäre. Falls Sie sich weiterhin nicht wohl fühlen, ist eine zweite Meinung eine sinnvolle Möglichkeit – besonders wenn Ihre Beschwerden anhalten, sich verschlimmern oder wenn eine deutliche familiäre Vorbelastung oder andere Risikofaktoren bestehen.

Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten

  • Suchen Sie sofort medizinische Hilfe auf, wenn Sie Brustschmerzen, Atemnot, Anzeichen eines Schlaganfalls wie einen herabhängenden Mundwinkel oder Schwäche, schwere allergische Reaktionen oder starke Blutungen haben.
  • Lassen Sie sich zeitnah ärztlich untersuchen, wenn Sie unerklärlichen Gewichtsverlust, eine neue Schwellung, Blut im Stuhl oder Urin, anhaltendes Fieber oder Beschwerden haben, die sich verschlimmern oder nicht bessern.
  • Holen Sie ärztlichen Rat ein, wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Beschwerden nicht ernst genommen werden – besonders wenn sie anhalten, immer wieder auftreten oder Ihre Lebensqualität beeinträchtigen.

Weiterlesen

Wenn Sie besser verstehen möchten, wie Ärzte entscheiden, ob eine Untersuchung sinnvoll ist, lesen Sie unseren ausführlicheren Artikel darüber, wie Ärzte entscheiden, welche Untersuchungen sie zuerst veranlassen. Sie können auch unseren Bereich Untersuchungen und Behandlungen – verständlich erklärt nutzen, um gut verständliche Informationen zu Bildgebung, Bluttests, Vorsorgeuntersuchungen und Entscheidungen zu weiteren Untersuchungen zu finden.

Quellen

NICE | CDC | NHS