Viele Menschen kennen das Gefühl: trockene, gereizte Augen, besonders nach einem langen Arbeitstag am Bildschirm oder nach ausgiebigem Scrollen am Smartphone. Häufig liegt der Verdacht nahe, dass die Ursache ganz einfach in zu viel Bildschirmzeit liegt – doch dahinter steckt oft mehr. Wenn Sie wissen, wodurch trockene Augen entstehen, wie Lebensstil und Erkrankungen dabei eine Rolle spielen und wann ein Besuch beim Augenarzt sinnvoll ist, tun Sie viel für Ihre Augengesundheit und Ihr tägliches Wohlbefinden.
In diesem Artikel erfahren Sie, wodurch trockene Augen verursacht werden. Wir zeigen, wie Sie alltägliche Auslöser von tatsächlichen Erkrankungen unterscheiden können und geben praktische Tipps zur Vorbeugung und Behandlung. Sie sind sich unsicher, ob Ihre Beschwerden wirklich „nur“ mit der Bildschirmzeit zusammenhängen oder doch medizinisch abgeklärt werden sollten? Dann sind Sie hier genau richtig.
Trockene Augen: Liegt es am Bildschirm – oder steckt mehr dahinter?
In diesem Artikel erfahren Sie, wodurch trockene Augen verursacht werden. Wir zeigen, wie Sie alltägliche Auslöser von tatsächlichen Erkrankungen unterscheiden können und geben praktische Tipps zur Vorbeugung und Behandlung. Sie sind sich unsicher, ob Ihre Beschwerden wirklich „nur“ mit der Bildschirmzeit zusammenhängen oder doch medizinisch abgeklärt werden sollten? Dann sind Sie hier genau richtig.
Ursachen von trockenen Augen: die häufigsten Auslöser
Trockene Augen entstehen, wenn entweder nicht genug Tränenflüssigkeit produziert wird oder wenn die Zusammensetzung des Tränenfilms nicht stimmt. Dieser Tränenfilm liegt schützend über der empfindlichen Augenoberfläche, sorgt für klares Sehen und bewahrt das Auge vor Infektionen und äußeren Reizen. Gerät dieses Gleichgewicht aus dem Lot, können Symptome wie Brennen, Stechen, Rötungen und verschwommenes Sehen die Folge sein.
- Verminderte Tränenproduktion: Mit zunehmendem Alter nimmt die Tränenproduktion oft ab. Autoimmunerkrankungen wie das Sjögren-Syndrom, rheumatoide Arthritis oder auch Diabetes können die Fähigkeit zur Tränenbildung zusätzlich beeinträchtigen.
- Verstärkte Verdunstung: Wind, trockene Luft, Klimaanlagen und seltenes Blinzeln – besonders bei intensiver Bildschirmnutzung – lassen den Tränenfilm schneller verdunsten.
- Störungen in der Tränenzusammensetzung: Der Tränenfilm besteht aus drei Schichten (Öl, Wasser, Schleim). Störungen der dafür zuständigen Drüsen, z. B. eine Meibomdrüsen-Dysfunktion, machen den Tränenfilm instabil.
- Medikamente: Antihistaminika, Antidepressiva, viele Blutdrucksenker und andere Wirkstoffe können als Nebenwirkung die Tränenproduktion hemmen.
- Kontaktlinsen: Längeres Tragen – besonders bei schlecht sitzenden oder nicht sauber gepflegten Linsen – fördert trockene Augen zusätzlich.
- Augenoperationen: Nach LASIK oder Katarakt-Operationen ist die Tränenproduktion zeitweise beeinträchtigt.
Oft spielen mehrere Faktoren gleichzeitig eine Rolle – daher ist es wichtig, das große Ganze im Blick zu behalten.
Lebensstil versus Erkrankung: Auslöser erkennen
Viele Betroffene bringen trockene Augen direkt mit modernen Gewohnheiten wie langer Bildschirmzeit in Verbindung. Doch auch Erkrankungen oder Hormonumstellungen können entscheidend sein. Die Unterscheidung hilft Ihnen – und Ihrem Augenarzt – die optimale Behandlung auszuwählen.
Alltägliche Risikofaktoren:
- Bildschirmarbeit: Beim Arbeiten am Computer, Tablet oder Smartphone blinzeln wir seltener – dadurch verdunstet die schützende Tränenschicht schneller.
- Umweltbedingungen: Heizungsluft, Klimaanlagen, windiges oder sehr trockenes Wetter fördern trockene Augen.
- Rauchen: Tabakrauch reizt die Augen erheblich.
- Kontaktlinsen: Wer Kontaktlinsen häufig oder lange trägt, hat ein erhöhtes Risiko für trockene Augen – besonders bei mangelhafter Pflege.
Medizinische und gesundheitliche Ursachen:
- Hormonelle Veränderungen: Besonders während Schwangerschaft, Wechseljahren oder unter Wirkung von Hormonen (z. B. Antibabypille) kann die Tränenproduktion beeinträchtigt sein.
- Autoimmunerkrankungen: Erkrankungen wie das Sjögren-Syndrom oder rheumatoide Arthritis wirken sich direkt auf die Tränendrüsen aus.
- Allergien: Allergische Reaktionen verursachen gereizte, trockene Augen, manchmal verstärkt durch Antiallergika.
- Chronische Krankheiten: Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen oder Vitamin-A-Mangel stehen ebenfalls im Zusammenhang mit trockenen Augen.
- Medikamentöse Nebenwirkungen: Viele Medikamente – verschreibungspflichtig oder frei verkäuflich – können als Nebenwirkung die Augen austrocknen.
Bleiben Ihre Beschwerden trotz Umstellung der Alltagsgewohnheiten bestehen oder haben Sie eine entsprechende Krankengeschichte, lohnt es sich, auch an tieferliegende Ursachen zu denken.
Wann ist eine Augenuntersuchung ratsam?
Gelegentlich trockene oder müde Augen sind meist harmlos. Halten die Symptome jedoch länger an oder gehen mit anderen Beschwerden einher, ist ein professioneller Augencheck empfehlenswert. Je früher die Ursache erkannt wird, umso besser lassen sich Komplikationen vermeiden.
- Anhaltende Beschwerden: Fühlen sich Ihre Augen fast täglich trocken und gereizt oder bessern sich Ihre Symptome trotz aller Maßnahmen nicht?
- Sehveränderungen: Verschwommenes oder schwankendes Sehen, das Ihre Alltagsaktivitäten beeinträchtigt, sollte dringend abgeklärt werden.
- Schmerzen und starke Rötung: Starke Beschwerden, Rötungen oder Lichtempfindlichkeit erfordern eine zeitnahe Untersuchung.
- Augenoperationen in der Vorgeschichte: Nach LASIK, Katarakt-Operation oder ähnlichen Eingriffen sind regelmäßige Kontrollen ratsam.
- Vorliegende Grunderkrankungen: Wer an Autoimmunerkrankungen, Diabetes oder einer Schilddrüsenerkrankung leidet, sollte die Augen regelmäßig überprüfen lassen.
- Kontaktlinsenträger: Erhöhte Trockenheit, Unwohlsein oder plötzlich aufkommende Empfindlichkeit sind ein Fall für den Augenarzt.
Eine gründliche Untersuchung beinhaltet meist eine Befragung zur Vorgeschichte, eine Analyse des Tränenfilms und spezielle Tests zur Tränenproduktion. Falls nötig, folgen weitere Abklärungen, um Grunderkrankungen auszuschließen.
Behandlungsoptionen: Was Ihr Arzt empfehlen kann
Die passende Therapie richtet sich nach Ursache, Schweregrad und persönlichen Bedürfnissen. Ihr Augenarzt wird individuelle Empfehlungen geben. Zu den häufigsten Optionen zählen:
- Künstliche Tränen: Benetzende Augentropfen bilden oft den ersten Schritt. Sie lindern Beschwerden kurzfristig und können bei Bedarf mehrmals täglich angewendet werden.
- Verschreibungspflichtige Tropfen: Reichen herkömmliche Präparate nicht aus, helfen medizinische Tropfen mit Cyclosporin oder Lifitegrast, die Entzündung zu mindern und die Tränenproduktion zu steigern.
- Warme Kompressen & Lidpflege: Bei Problemen der Meibomdrüsen unterstützen Warmpackungen und regelmäßige Lidreinigung die natürliche Ölschicht im Tränenfilm.
- Tränenwegsstöpsel: Kleine Einsätze im Tränenkanal verhindern, dass die Tränen zu schnell abfließen und erhöhen so die Feuchtigkeit im Auge.
- Behandlung zugrundeliegender Erkrankungen: Liegt z. B. eine Lidrandentzündung, Allergie oder Autoimmunerkrankung vor, bessert die Behandlung dieser das Augenproblem oft mit.
- Anpassung bestehender Medikamente: Ist ein Medikament Ursache der Symptome, sucht Ihr Arzt gemeinsam mit Ihnen nach schonenderen Alternativen.
- Raum- und Arbeitsplatzgestaltung: Ein Luftbefeuchter, Pausen am Bildschirm und das Vermeiden direkter Zugluft können spürbare Erleichterung bringen.
Folgen Sie stets den ärztlichen Empfehlungen und gehen Sie zu Ihren Kontrolluntersuchungen. Denn unbehandelte, chronisch trockene Augen können zu Infektionen und in seltenen Fällen auch zu bleibenden Schäden führen.
Weitere unterstützende Maßnahmen
- Nahrungsergänzung: Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl oder Leinsamenöl können für manche Patientinnen und Patienten die Beschwerden abmildern.
- Besondere Kontaktlinsen: Es gibt spezielle Linsentypen, die die Augenoberfläche schützen und Feuchtigkeit besser speichern.
- Therapien mit Licht: Bei Meibomdrüsen-Dysfunktion kann, je nach Einzelfall, eine Behandlung mit intensiver Lichtimpulstherapie (IPL) sinnvoll sein.
Nicht jede Therapie passt für jeden – Ihr Augenarzt berät Sie individuell!
Tipps: So beugen Sie trockenen Augen vor bzw. lindern Beschwerden
Viele Ursachen für trockene Augen lassen sich zwar nicht umgehen, doch mit einfachen Maßnahmen können Sie Ihren Augen den Alltag erleichtern und weitere Verschlechterungen vermeiden:
- 20-20-20-Regel: Blicken Sie alle 20 Minuten für mindestens 20 Sekunden in 20 Fuß (ca. 6 m) Entfernung. Das entspannt die Augen und regt das Blinzeln an.
- Regelmäßig blinzeln: Besonders bei Bildschirmarbeit bewusst blinzeln, damit der Tränenfilm immer wieder erneuert wird.
- Raumklima optimieren: Sorgen Sie für feuchtere Luft (z. B. mit einem Luftbefeuchter) und vermeiden Sie Zugluft direkt im Gesicht. Im Freien schützen Sonnenbrillen mit Seitenblenden Ihre Augen zusätzlich vor Wind und Staub.
- Augenlid-Hygiene: Säubern Sie Ihre Lider täglich sanft, z. B. mit einem feuchten Tuch oder speziellen Reinigungstüchern, um Talgablagerungen und Entzündungen vorzubeugen.
- Kontaktlinsen maßvoll tragen: Legen Sie regelmäßig linsenfreie Zeiten ein und halten Sie die Pflegetipps Ihres Augenarztes ein.
- Genug trinken: Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützt zusätzlich die Bildung von Tränenflüssigkeit.
- Augenfreundliche Kosmetik: Verwenden Sie möglichst reizfreie Produkte und entfernen Sie Make-up gründlich vor dem Schlafen.
Sollten sich Ihre Beschwerden plötzlich verstärken oder neue Symptome hinzukommen, kontaktieren Sie Ihren Augenarzt. Er kann beurteilen, ob eine ausführlichere Untersuchung oder eine Anpassung Ihrer Therapie sinnvoll ist.
Wer insgesamt seine Gesundheit im Blick behalten möchte, findet hier Informationen zur jährlichen Vorsorgeuntersuchung – ein Vorteil nicht nur für Ihre Augen, sondern für die gesamte Gesundheit.
Trockene Augen sind weit verbreitet – und die Ursachen reichen von Alltagsgewohnheiten wie langer Bildschirmzeit über Umwelteinflüsse bis hin zu behandlungsbedürftigen Erkrankungen. Die gute Nachricht: Mit regelmäßigen Kontrollen, frühzeitiger Vorsorge und kleinen Alltagsmaßnahmen bewahren Sie langfristig die Gesundheit Ihrer Augen. Im Zweifel gilt: Zögern Sie nicht, ärztlichen Rat einzuholen, damit Ihre Behandlung optimal auf Sie abgestimmt werden kann.
