Wenn Sie unter Kopfschmerzen leiden, sind Sie damit keineswegs allein. Kopfschmerzen zählen zu den häufigsten Beschwerden überhaupt – doch nicht alle Kopfschmerzen sind gleich. Zwei der am häufigsten auftretenden Formen sind Migräne und Spannungskopfschmerzen. Wenn Sie die Unterschiede zwischen beiden besser verstehen, können Sie Ihre Beschwerden gezielter behandeln und leichter entscheiden, wann ein Arztbesuch sinnvoll ist. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die typischen Muster, möglichen Auslöser, Hauptsymptome, bewährte Behandlungsmethoden sowie darüber, wann es ratsam ist, medizinischen Rat einzuholen.

Migräne vs. Spannungskopfschmerzen

Typische Muster
Migräne und Spannungskopfschmerzen verlaufen nach unterschiedlichen Mustern. Diese Unterschiede können Ihnen helfen, die Art Ihrer Kopfschmerzen besser einzuordnen.
Migräne – typische Merkmale
- Migräne tritt in Schüben auf, die mehrere Stunden bis hin zu drei Tagen anhalten können.
- Oft ist nur eine Seite des Kopfes betroffen, gelegentlich wechseln die Seiten oder beide Seiten schmerzen.
- Der Schmerz ist meist mäßig bis stark und kann sich bei körperlicher Aktivität verstärken.
- Manche Menschen bemerken vor einer Migräne bestimmte Warnzeichen, sogenannte Auren – dazu zählen Sehstörungen, Lichtempfindlichkeit oder Stimmungsschwankungen.
- Häufig treten Übelkeit oder Erbrechen als Begleitsymptome auf.
Spannungskopfschmerzen – typische Merkmale
- Spannungskopfschmerzen fühlen sich oft wie ein anhaltender, dumpfer Druck oder Schmerz an, der den Kopf wie ein festes Band umspannt.
- Die Schmerzen sind eher leicht bis mäßig stark und betreffen meist beide Seiten des Kopfes.
- Sie dauern zwischen 30 Minuten und mehreren Tagen, sind aber in der Regel weniger stark ausgeprägt als Migräne.
- Vor dem Auftreten gibt es meist keine Warnzeichen wie Auren.
- Körperliche Aktivität verstärkt Spannungskopfschmerzen in der Regel nicht.
Auslöser und Risikofaktoren
Sowohl Migräne als auch Spannungskopfschmerzen können durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Dabei sind die Auslöser oft unterschiedlich. Wer seine persönlichen Auslöser kennt, kann Kopfschmerzattacken besser vorbeugen oder gezielt entgegenwirken.
Häufige Auslöser für Migräne
- Hormonelle Veränderungen, zum Beispiel im Verlauf des Menstruationszyklus
- Psychischer Stress oder starke emotionale Belastung
- Bestimmte Lebensmittel und Getränke, darunter gereifter Käse, Schokolade, Koffein oder Alkohol
- Unregelmäßiger oder fehlender Schlaf
- Starke Reize wie helles Licht, laute Geräusche oder intensive Gerüche
- Mahlzeiten auslassen oder unzureichende Flüssigkeitszufuhr
- Wetterwechsel
Häufige Auslöser für Spannungskopfschmerzen
- Dauerhafter Stress oder Sorgen
- Schlechte Körperhaltung, besonders bei langer Arbeit am Schreibtisch oder Computer
- Müdigkeit oder Schlafmangel
- Auslassen von Mahlzeiten
- Zähneknirschen oder häufiges Zusammenbeißen der Kiefer
- Muskelverspannungen im Nacken-, Schulter- oder Kopfbereich
Beide Kopfschmerzarten können durch Stress oder Erschöpfung ausgelöst werden. Migräne wird jedoch häufiger durch bestimmte Nahrungsmittel oder sensorische Reize begünstigt, während Spannungskopfschmerzen meist durch muskuläre Verspannungen oder eine ungünstige Haltung entstehen.
Wichtige Symptome, die den Unterschied machen
Auch wenn sich Migräne und Spannungskopfschmerzen in einigen Punkten ähneln, können typische Beschwerden helfen, die beiden auseinanderzuhalten.
Typische Symptome bei Migräne
- Pulsierende, pochernde Schmerzen
- Häufig eine Kopfhälfte betroffen (kann aber auch beidseitig auftreten)
- Mittelstarke bis sehr starke Schmerzintensität
- Schmerzen verschlimmern sich bei körperlicher Betätigung
- Häufig begleitet von Übelkeit, Erbrechen oder starker Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen
- Bei manchen treten Auren auf: Sehstörungen, Kribbeln, Sprachprobleme direkt vor der Attacke
Typische Symptome bei Spannungskopfschmerzen
- Eher drückender oder ziehender Schmerz, kein Pochen
- Meist auf beiden Seiten des Kopfes gleichmäßig verteilt
- Leichte bis mittlere Intensität
- Wird durch Alltagsaktivitäten nicht verstärkt
- Keine Übelkeit, kein Erbrechen (gelegentlich leichte Licht- oder Geräuschempfindlichkeit)
- Keine Auren oder andere neurologische Begleiterscheinungen
Wenn Ihre Kopfschmerzen sehr stark sind, länger anhalten oder mit neurologischen Symptomen wie Sehstörungen, Sprachproblemen oder Schwäche einhergehen, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.
Was hilft? Sichere erste Schritte bei Kopfschmerzen
Bei beiden Kopfschmerzarten gibt es einfache und sichere Möglichkeiten, wie Sie sich selbst helfen können. Jeder Mensch reagiert jedoch unterschiedlich – probieren Sie in Ruhe aus, was Ihnen guttut, und holen Sie im Zweifelsfall ärztlichen Rat ein.
Allgemeine Tipps zur Linderung von Kopfschmerzen
- Ruhen Sie sich in einem abgedunkelten, ruhigen Raum aus.
- Legen Sie eine kühle oder warme Kompresse auf Stirn oder Nacken.
- Achten Sie darauf, ausreichend zu trinken.
- Sanfte Dehnübungen für Nacken und Schultern – besonders bei Spannungskopfschmerzen – können hilfreich sein.
- Entspannungstechniken wie tiefes Atmen oder Achtsamkeitsübungen wirken unterstützend.
- Wenn Sie einen Auslöser vermuten, versuchen Sie, diesen möglichst zu meiden (etwa bestimmte Lebensmittel oder eine schlechte Haltung).
Rezeptfreie Medikamente
- Paracetamol oder Ibuprofen können bei beiden Kopfschmerzarten Schmerzen lindern.
- Nehmen Sie Schmerzmittel nicht häufiger als zwei- bis dreimal pro Woche – sonst können sich medikamentenbedingte Kopfschmerzen entwickeln.
- Kombinieren Sie keine Schmerzmittel, ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker.
Bei Migräne helfen manchen Betroffenen spezielle Medikamente wie Triptane, die allerdings nur nach ärztlicher Anordnung eingenommen werden sollten. Ein Kopfschmerztagebuch – in dem Sie Häufigkeit, Auslöser und Intensität notieren – kann Ihnen und Ihrem Arzt helfen, Behandlungsstrategien gezielter abzustimmen.
Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?
Auch wenn die meisten Kopfschmerzen harmlos sind, gibt es einige Warnsignale, bei denen Sie unbedingt medizinischen Rat einholen sollten:
- Wenn Kopfschmerzen häufig, sehr stark oder erheblich belastend sind.
- Wenn Sie häufiger als zweimal pro Woche Medikamente gegen Kopfschmerzen benötigen.
- Wenn sich die Art oder das Muster Ihrer Beschwerden ändern oder neue Symptome dazukommen.
- Bei Kopfschmerzen in Verbindung mit Fieber, Nackensteifigkeit, Hautausschlag, Verwirrtheit oder Schwäche (diese Anzeichen können auf eine ernstere Ursache hindeuten).
- Wenn Kopfschmerzen nach einer Kopfverletzung auftreten.
- Wenn Sie über 50 Jahre alt sind und erstmals oder in neuer Ausprägung unter Kopfschmerzen leiden.
Ihr Arzt kann feststellen, um welche Kopfschmerzart es sich handelt, andere Erkrankungen ausschließen und gemeinsam mit Ihnen geeignete Behandlungsmöglichkeiten besprechen. Manchmal sind dazu weitere Untersuchungen erforderlich.
Bei plötzlichen, sehr heftigen Kopfschmerzen sollten Sie wissen, wann es sich möglicherweise um einen Notfall handelt – mehr dazu erfahren Sie im Beitrag Wann sollten plötzliche starke Kopfschmerzen als Notfall behandelt werden?.
Fazit
Migräne und Spannungskopfschmerzen sind zwei der häufigsten Kopfschmerzformen. Sie unterscheiden sich jedoch deutlich in typischen Mustern, Auslösern und Symptomen. Wer diese Unterschiede kennt, kann Beschwerden besser einsortieren und gezielt behandeln. Sollten Sie unsicher sein oder bemerken, dass Ihre Kopfschmerzen Ihre Lebensqualität beeinträchtigen, suchen Sie bitte einen Arzt auf – so erhalten Sie die bestmögliche Unterstützung.